Bundesamt für Migration 250.000 Asylanträge bleiben in diesem Jahr liegen

Beim Bundesamt für Migration (Bamf) stapeln sich auch weiterhin die Asylanträge. Bamf-Chef Weise erklärte jetzt: Bis zu einer Viertelmillion Anträge können in diesem Jahr nicht mehr bearbeitet werden.

Frank-Jürgen Weise
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Das Bundesamt für Migration wird voraussichtlich bis zu 250.000 Asylanträge in diesem Jahr nicht mehr abarbeiten können - diese Prognose machte Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise am Donnerstag in Nürnberg. "Wir werden bis Ende des Jahres etwa 700.000 Anträge entscheiden", sagte der 64-Jährige. "Wir hätten dann einen Überhang von 200.000 bis 250.000 ins neue Jahr".

Ende August waren beim Bamf noch rund 567.500 Asylanträge unerledigt, wie das Bundesinnenministerium Anfang September mitteilte. Das liegt nach Behördenangaben daran, weil erst jetzt viele Asylanträge von Personen aufgenommen werden, die schon 2015 nach Deutschland gekommen sind. Tatsächlich eingereist waren im August laut Innenministerium rund 18.150 Flüchtlinge.

Bei seinem Amtsantritt als Chef des Bundesamts für Migration (Bamf) im September 2015 hatte Frank-Jürgen Weise den Auftrag erhalten, den Stau der Asylanträge zu beseitigen. Zuletzt hatte die Behörde immer wieder verlauten lassen, dass die Anträge nun schneller entschieden würden. Für die über 200.000 unbearbeiteten Anträge wird Weise dann aber nicht mehr zuständig sein. Zum Jahreswechsel soll seine Nachfolgerin Jutta Cordt das Bamf übernehmen.

Weise hatte mehrfach angekündigt, seine Doppelrolle als Chef des Migrationsamts und der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Jahresende abgeben zu wollen. Im August wurde dann bekannt, dass Jutta Cordt, Leiterin der Arbeitsagentur Berlin, ihm nachfolgen soll.

mho/dpa



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