Erstes Quartal 2019 3100 Flüchtlinge verlassen Deutschland freiwillig

Jährlich verlassen Tausende Flüchtlinge Deutschland aus eigenem Willen. Die Zahl ist seit Jahren rückläufig - weil auch immer weniger Menschen ins Land kommen.

Bamf-Gebäude in Berlin
REUTERS

Bamf-Gebäude in Berlin


Die Zahl der Flüchtlinge, die Deutschland freiwillig verlassen, ist rückläufig. In den ersten drei Monaten dieses Jahres bekamen 3130 Migranten ihre Anträge im Zuge eines bundesweiten Förderprogramms bewilligt, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) mit.

Im ersten Quartal 2018 waren es 4498, ein Jahr zuvor 8468 und 2016 sogar 14.085. Eine Bamf-Sprecherin betonte, bei der Entwicklung der Zahlen sei auch immer zu berücksichtigen, wie viele Asylsuchende jeweils neu ankämen. Diese Zahl sei 2016 historisch hoch gewesen.

Die Daten stammen aus dem Bund-Länder-Programm REAG/GARP. Das Programm wird von EU, Bund und Ländern finanziert und durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) umgesetzt. Manche Bundesländer hätten auch eigene Programme zur Rückkehrförderung, teilte die Sprecherin mit. Und: "Menschen, die unabhängig von diesem Programm ausreisen, können wir statistisch nicht erfassen."

Rückkehrzahlen laut Bamf auf hohem Niveau

Insgesamt wurde im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen 15.962 Menschen die freiwillige Rückkehr in die Herkunftsregionen über das REAG/GARP-Programm ermöglicht. 2017 waren es 29.522, ein Jahr zuvor 54.006.

"Ein Rückgang der freiwilligen Rückkehrzahlen ist insbesondere für den Westbalkan festzustellen, für den auch die Zugangszahlen von in Deutschland Asylsuchenden rückläufig sind", teilte die Sprecherin mit. Diese Entwicklung habe sich schon 2017 abgezeichnet und anschließend fortgesetzt. "Insgesamt bewegen sich die Rückkehrzahlen seit 2015 auf einem hohen Niveau."

Am Dienstag war bekannt geworden, dass das Fördersystem von Juli an erweitert und vereinfacht werden soll. Neben einem Zuschuss zu den Reisekosten in ihr Heimatland sollen Betroffene den Angaben nach einmalig 1000 Euro als Starthilfe bekommen. Außerdem können Rückkehrer unter anderem bis zu zwölf Monate einen Zuschuss zu den Wohnkosten und die Erstattung medizinischer Leistungen erhalten.

asa/dpa



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