Ehe für alle Ministerin Hendricks will ihrer Partnerin einen Antrag machen

Umweltministerin Barbara Hendricks sagt Ja zur Ehe für alle - auch ganz persönlich. Die SPD-Politikerin kündigt an, ihrer langjährigen Partnerin einen Heiratsantrag zu machen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks


Der Bundestag hat nach einer Turbo-Debatte mit großer Mehrheit die Ehe für alle beschlossen. Auch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verliert nun offenbar keine Zeit: Bei einer Kundgebung der Sozialdemokraten vor dem Brandenburger Tor in Berlin erklärte sie, sie spiele mit dem Gedanken, ihrer langjährigen Partnerin einen Antrag zu machen. "Ich hab sie jetzt noch nicht gefragt, aber ich überlege", sagte Hendricks.

Seit 2001 können homosexuelle Paare in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die aber nicht der Ehe gleichgestellt ist. Mit dem nun verabschiedeten Gesetz werden Lebenspartnerschaften nicht automatisch in eine Ehe umgewandelt: Vielmehr müssen die verpartnerten Paare, die eine Ehe wollen, persönlich und gemeinsam erneut vor einen Standesbeamten treten.

Umweltministerin Hendricks sagte, dass sie am 22. Oktober 2010 eine Lebenspartnerschaft eingegangen sei. Sieben Jahre könne sie dann voll machen und ihre Partnerin am 22. Oktober 2017 heiraten. "Den Antrag muss ich schon noch stellen, wie sich das richtig gehört", fügte Hendricks hinzu. Zunächst wolle sie aber weiter Wahlkampf machen, da es ohnehin noch dauere, bis das Gesetz in Kraft trete.

Der Bundestag hatte zuvor in einer historischen Entscheidung mehrheitlich für die Ehe für alle gestimmt. (Hier können Sie das Minutenprotokoll der Bundestagsdebatte nachlesen.)

Das Votum war von der SPD zusammen mit den Oppositionsparteien Linke und Grüne gegen den Willen des Koalitionspartners CDU/CSU durchgesetzt worden. Anlass war eine Äußerung Anfang der Woche von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die vom strikten Nein zur Ehe für alle abgerückt war und die Frage zu einer Gewissensentscheidung erklärte.

Emotionaler Ausbruch im Bundestag - das Video:

dop/AFP

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