Baupläne CDU-Politiker Bosbach sieht Vertrauen in BND-Chef Uhrlau beschädigt

Baupläne für die neue Zentrale sind abhandengekommen - die Panne beschädigt nach Ansicht des CDU-Politikers Bosbach das Vertrauen in BND-Chef Uhrlau nachhaltig. "Herr Uhrlau hat jetzt ein echtes Problem", sagte Bosbach und warf dem Behördenchef Grenzüberschreitung vor.

BND-Chef Uhrlau im Jahr 2008 auf der Baustelle: Scharfe Kritik aus der CDU
dapd

BND-Chef Uhrlau im Jahr 2008 auf der Baustelle: Scharfe Kritik aus der CDU


Halle/Saale - Was sind die Konsequenzen aus der Affäre um die verschwundenen Baupläne für die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin? Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), sieht wegen der Panne mit den Plänen das Vertrauen in BND-Präsident Ernst Uhrlau beschädigt. "Herr Uhrlau hat jetzt ein echtes Problem", sagte Bosbach der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" laut Vorabbericht. "Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob die Bundesregierung noch das Vertrauen hat, das sie zum BND-Chef haben müsste."

Bosbach sagte: "Wenn man versucht, Kanzleramt und Öffentlichkeit zu täuschen, dann ist eine Grenze überschritten." Womöglich ergebe sich durch den Verlust der Baupläne ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Aufwendige Umbauten seien zumindest nicht ausgeschlossen.

Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass Baupläne der Berliner BND-Baustelle gestohlen worden waren. Uhrlau erklärt daraufhin, es habe sich lediglich um Unterlagen über ein Parkhaus, die Energieversorgung und eine Kantine gehandelt.

Nach SPIEGEL-Informationen jedoch sind immernoch vertraulich eingestufte Zeichnungen einzusehen, auf denen Abschnitte des Hauptgebäudes klar zu erkennen sind, darunter Grundrisse von Labors und Büros. Es sind auch viele Dokumente im Umlauf: Eine für den BND-Neubau tätige Firma hat demnach von ihren Unterlagen ein paar hundert Kopien angefertigt.

anr/dapd



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