Anschlag in Bautzen Unbekannte werfen Molotowcocktails auf Flüchtlingsunterkunft

Die Brandsätze landeten nur wenige Meter von der Flüchtlingsunterkunft entfernt: Erneut ist ein Asylheim im sächsischen Bautzen Ziel eines Angriffs geworden. Wer hinter der Tat steckt, ist noch unklar.


Wieder Bautzen, wieder ein Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft: Unbekannte haben in der Nacht auf Dienstag vier Brandsätze auf das Gelände einer Asyleinrichtung in der sächsischen Kleinstadt geworfen.

Zwei Molotowcocktails seien auf einer Fläche wenige Meter vor dem ehemaligen Spree-Hotel abgebrannt, ohne Schaden anzurichten, teilte die Polizei in Görlitz mit. Die beiden anderen hätten gar nicht gezündet. Ein fünfter Brandsatz sei am Zaun der Unterkunft zurückgelassen worden. Laut Polizei handelt es sich vermutlich um drei Täter.

Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Brandflecken und die Glasflaschen seien erst am Morgen bemerkt worden, hieß es. Das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) habe die Ermittlungen übernommen. Ein Fährtenhund der Polizei nahm demnach die Spur der Täter auf und verfolgte sie bis zu einem nahegelegenen Parkplatz. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Immer wieder gerät Bautzen wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in die Schlagzeilen. Im Februar hatten Unbekannte eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Brand gesteckt. Wer das Feuer gelegt hat, ist unklar. Mittlerweile wurden allerdings zwei Schaulustige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu Jugendhaftstrafen verurteilt. Im November gab es Berichte über eine "Hetzjagd" Rechtsextremer auf Flüchtlinge durch Bautzens Innenstadt.

kev/AFP/dpa



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