Bayerische Auszeichnung Scharf, schärfer, Schily

Eigentlich sind sie politische Kontrahenten: Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und Bundesinnenminister Otto Schily. Dennoch hat sich dieser aus Sicht der Bayern offensichtlich verdient gemacht.


Ehre aus Bayern: Schily mit Verdienstorden
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Ehre aus Bayern: Schily mit Verdienstorden

München - Inmitten harter Auseinandersetzungen um Zuwanderungsgesetz und Sicherheitspolitik hat Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) den Bayerischen Verdienstorden bekommen. Aus den Händen eines wichtigen politischen Gegenspielers, des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), nahm Schily am Montag in München die höchste Auszeichnung des Freistaats mit fast halbjähriger Verspätung entgegen.

Schily treffe in seinem Amt auch wichtige Entscheidungen für Bayern, sagte Stoiber bei dem Treffen der beiden Politiker in der Staatskanzlei.

Der Ministerpräsident wies darauf hin, dass Schily Bayern zu seiner politischen und privaten Heimat gemacht habe. Stoiber sagte, er hätte es vor 30 Jahren nicht für möglich gehalten, dass Schily als

Neue Freunde? Edmund Stoiber und Otto Schily
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Neue Freunde? Edmund Stoiber und Otto Schily

Innenminister und er selbst als Ministerpräsident sich eines Tages zu einer Ordensübergabe treffen würden. Zur feierlichen Verleihung des Bayerischen Verdienstordens am 20. Juni in der prachtvollen Münchner Residenz hatte Schily wegen anderer Termine nicht kommen können.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 69 Persönlichkeiten mit dem "weißblauen Pour le mérite" geehrt, darunter TV-Star Thomas Gottschalk und Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Der 1957 geschaffene Bayerische Verdienstorden wird "als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk" verliehen. Zurzeit gibt es rund 1820 lebende Träger des Bayerischen Verdienstordens. Ihre Zahl ist laut Gesetz auf 2000 Personen beschränkt.



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