Bayerische Jusos SPD deckt Unterschlagung auf

Die bayerische SPD hat eine Finanzaffäre bei ihrer Jugendorganisation Jusos publik gemacht. Ein Mitarbeiter hatte Gelder unterschlagen.


Erstattete Anzeige: Bayerns Juso-Chef Florian Pronold
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Augsburg - Laut einem am Samstag beim Landesparteitag in Augsburg bekannt gegebenen Bericht der Parteikontrollkommission ist es über Jahre hinweg zu Falschabrechnungen in Höhe von insgesamt 122.000 Euro gekommen, weshalb die Partei inzwischen die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat.

Bei dem Fall handle es sich um eine "Unterschlagung im klassischen Sinne", sagte die Sprecherin der Kontrollkommission Carmen König.

Die Jusos hätten den Vorfall selbst aufgedeckt, nachdem der betroffene Mitarbeiter Mitte vergangenen Jahres von sich aus gekündigt habe und danach Unregelmäßigkeiten in seinen Unterlagen festgestellt worden seien. Dabei seien über den Zeitraum von fünf Jahren Abrechnungen zu Seminaren aufgetaucht, die aber nie stattgefunden hätten. Die Gelder, bei denen es sich zum Teil um staatliche Zuschüsse gehandelt habe, seien auf Konten des Mitarbeiters geflossen.

Der bayerische Juso-Vorsitzende und SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Pronold habe daraufhin im Auftrag des Parteipräsidiums bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt. Das Ermittlungsverfahren laufe noch, sagte König. Die Partei habe die rund 60.000 Euro öffentlicher Zuschüsse inzwischen zurückgezahlt, die andere Hälfte des Schadens sei ihr bei Parteimitteln entstanden.



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