Bayerische Kommunal-Stichwahlen CSU jubelt über Wahlsieg in Augsburg

Überraschung in Augsburg: Die CSU hat bei den Kommunal-Stichwahlen das rote Rathaus erobert. In Freising dagegen blieb die von den Grünen erhoffte Sensation aus: Christian Magerl gelang es nicht, den ersten Landratsposten für die Partei zu erkämpfen.


München - Fassungslosigkeit bei der Augsburger SPD: Der bisherige Oberbürgermeister Paul Wengert erklärte, das Ergebnis der Stichwahl sei unbegreiflich, und warf den Wählern erbittert vor, seine Arbeit nicht honoriert zu haben. In der drittgrößten bayerischen Stadt unterlag Wengert heute seinem CSU-Herausforderer Kurt Gribl, der 55,9 Prozent der Stimmen bekam. Wengert hatte umstrittene Verkehrsprojekte angestoßen, die kürzlich per Bürgerentscheid gestoppt worden waren.

CSU-Generalsekretärin Haderthauer und der neue Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl: Auch die CSU musste in manchen Städten den Bürgermeisterstuhl abgeben
DPA

CSU-Generalsekretärin Haderthauer und der neue Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl: Auch die CSU musste in manchen Städten den Bürgermeisterstuhl abgeben

CSU und SPD hatten in der ersten Runde der bayerischen Kommunalwahl vor zwei Wochen dramatische Verluste verkraften müssen. Die CSU hatte mit nur 40 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 42 Jahren eingefahren.

Die SPD war mit nur noch 22,6 Prozent sogar auf ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit abgerutscht. Die kleinen Parteien dagegen legten kräftig zu. Über 282 Bürgermeister und Landräte wurde heute nun in Stichwahlen entschieden.

Insgesamt zeichnete sich dabei kein Trend zugunsten einer Partei ab. Während sich in Augsburg der CSU-Kandidat durchsetzte, gewannen in Würzburg und Passau die SPD-Kandidaten gegen die amtierenden Stadtoberhäupter von der CSU. In Würzburg verlor die eigentliche Favoritin Pia Beckmann nach sechs Jahren das Amt an Georg Rosenthal, der auf 52,5 Prozent der Stimmen kam. Der Passauer CSU-Oberbürgermeister Albert Zankl verlor die Stichwahl noch sehr viel deutlicher: Mit 61,4 Prozent wurde der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Dupper zum neuen Stadtoberhaupt der Dreiflüssestadt gewählt.

In Regensburg, wo die CSU nach monatelangen Grabenkämpfen mit rechtslastigen Parteifunktionären stark verloren hatte, verteidigte Oberbürgermeister Hans Schaidinger sein Amt dagegen mit 52,1 Prozent knapp. Der CSU-Politiker ist auch Vorsitzender des bayerischen Städtetages

In Freising, wo die Grünen zum ersten Mal in Deutschland einen Landrats-Posten erobern wollten, blieb die Sensation aus. Der Kommunalpolitiker Michael Schwaiger von den Freien Wählern, der den Transrapid und den Bau einer dritten Startbahn für den Flughafen München ebenso ablehnte wie sein Gegenkandidat Christian Magerl von den Grünen, wurde mit 58,5 Prozent zum Landrat gewählt.

In Ansbach wurde der von der CSU mitgetragene SPD-Oberbürgermeister Ralf Felber mit Pauken und Trompeten abgewählt. Mit 67,0 Prozent wurde die von der ÖDP, den Freien Wählern und der Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser (BAP) unterstützte Carda Seidel zur neuen Oberbürgermeisterin der fränkischen Stadt gewählt.

CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer sagte im Bayerischen Rundfunk, die Stichwahlen seien Persönlichkeitswahlen gewesen und hätten mit den Landtagswahlen im September nichts zu tun.

ase/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.