CSU und Freie Wähler starten Sondierungen Söder sieht "großes Maß an Übereinstimmung"

Die Präferenz der CSU nach der Landtagswahl ist klar: ein Bündnis mit den Freien Wählern. Ministerpräsident Söder und FW-Chef Aiwanger nannten das erste Gespräch konstruktiv, grundsätzliche Hindernisse gebe es nicht.

Hubert Aiwanger (links) und Markus Söder
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Hubert Aiwanger (links) und Markus Söder


Drei Tage nach der Landtagswahl in Bayern haben die ersten Sondierungen angefangen. Angeführt von den Parteichefs Horst Seehofer und Hubert Aiwanger suchten zunächst CSU und Freie Wähler (FW) nach Grundlagen für mögliche Koalitionsverhandlungen.

Nach der ersten Gesprächsrunde traten Söder und Aiwanger gemeinsam vor die Medien. Söder sprach von einem "konstruktiven Gespräch", mit "wenig Ideologie" und "orientiert an der Sache". Es gebe ein "großes Maß an Übereinstimmung", aber auch Gesprächsbedarf.

Aiwanger sagte, es seien keine unüberwindbaren "Ko-Kriterien" sichtbar geworden. Er sei zuversichtlich, dass man auch nach Berlin und in andere Bundesländer ein Signal senden können werde, "wie man miteinander umgehen kann".

Landtagswahl Bayern 2018

Vorläufiges Endergebnis

Gesamtstimmenergebnis
Anteile in Prozent
CSU
37,2
-10,5
SPD
9,7
-10,9
Freie Wähler
11,6
+2,6
Grüne
17,5
+8,9
FDP
5,1
+1,8
Die Linke
3,2
+1,1
AfD
10,2
+10,2
Sonstige
5,4
-3,3
Sitzverteilung
Insgesamt: 205
Mehrheit: 103 Sitze
22
38
27
11
85
22
Quelle: Landeswahlleiter

Für den Nachmittag sind Gespräche mit den Grünen geplant. Direkt im Anschluss an die Sondierungen mit beiden Parteien will die CSU entscheiden, mit welcher sie Koalitionsverhandlungen aufnehmen will. Dazu soll es entweder noch am Mittwochabend oder am Donnerstagmorgen eine Telefonschalte des Präsidiums geben. Offen ist noch, wie lange die Grünen und die FW ihrerseits brauchen, um sich für oder gegen Koalitionsverhandlungen auszusprechen. Die FW könnten am 27. Oktober bei ihrem Parteitag darüber abstimmen.

Sowohl Söder als auch Seehofer hatten die Freien Wähler am Tag nach der Wahl als klaren Favoriten genannt. Mit ihnen könne er eine seriöse und stabile Regierung bilden, sagte Söder. Seehofer sprach von einer einhelligen Präferenz in der CSU für ein "bürgerliches Bündnis" mit den FW. Bei den Grünen sehen sie etwa in den Bereichen Innenpolitik und Umweltschutz erhebliche inhaltliche Differenzen. Auch Aiwanger gab sich schon vor den Sondierungsgesprächen zuversichtlich: "Wir werden das schon hinkriegen", sagte er. Er arbeite seit Jahren darauf hin.

Unklar ist zudem, ob auch die SPD noch bereit wäre, sich mit der CSU zu Sondierungen zu treffen. Der Vorstand will darüber am Sonntag beraten. Diese Option würde nur zum Tragen kommen, sollten die Gespräche mit Grünen und FW scheitern.

Im Video: Markus Söder - Der bayerische Bestimmer

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asa/dpa



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