Gefälschtes Foto auf Facebook Bayerische Landtagspräsidentin stellt Strafantrag gegen AfD-Politiker

Ein AfD-Politiker hat ein manipuliertes Bild der bayerischen Landespolitikerin Ilse Aigner veröffentlicht. Die sieht sich durch die Fotomontage verunglimpft und leitet juristische Schritte ein.

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags: Durch angebliche AfD-Nähe "verächtlich" gemacht
DPA

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags: Durch angebliche AfD-Nähe "verächtlich" gemacht


Wenn es tatsächlich ein Witz gewesen sein sollte, fand ihn die Präsidentin des bayerischen Landtags, Ilse Aigner, gar nicht komisch: Die CSU-Politikerin geht wegen Verwendung eines verfälschten Fotos juristisch gegen einen AfD-Abgeordneten vor. Das Bild hatte Aigner in AfD-Nähe gerückt.

Der Parlamentarier Ralf Stadler hatte auf seiner Facebook-Seite ein Foto von der Homepage des Landtags verwendet, das Aigner umringt von Kindern zeigt, die blaue Luftballons steigen lassen. Das Foto wurde dahingehend manipuliert, dass auf einigen Luftballons ein AfD-Logo eingefügt wurde.

Wegen der Fälschung auf Stadlers Social-Media-Auftritt stelle sie bei der Generalstaatsanwaltschaft München einen Strafantrag gegen den AfD-Politiker, sagte nun die Landtagspräsidentin. Stadler hatte dem Bayerischen Rundfunk erklärt, der Beitrag sei "als Gag gedacht, weil sich das Bild mit Frau Aigner und den blauen Ballons anbot".

"Geeignet, mich als Person verächtlich zu machen"

"Herr Stadler hat in seinem öffentlichen Facebook-Account durch eine Fotomontage die falsche Tatsache behauptet, ich hätte als Landtagspräsidentin mit Kindern AfD-Luftballons steigen lassen", sagte Aigner. Sie betonte: "Das ist geeignet, mich als Person des politischen Lebens verächtlich zu machen."

Eine parteipolitische Werbeaktion auf dem Gelände des Landtags wäre mit ihrem überparteilichen Amt als Landtagspräsidentin nicht vereinbar. "Vor allem aber wäre es in höchstem Maße ehrenrührig, dafür auch noch Kinder auszunutzen." Das sei, anders als Stadler in einem Kommentar auf Facebook behaupte, "alles andere als ein harmloser Scherz".

Es handle sich vielmehr "um einen direkten Angriff auf die Integrität meiner Person und auf das Amt der Landtagspräsidentin", sagte Aigner und fügte hinzu: "Vor allem aber ist es auch eine erhebliche Rechtsverletzung zulasten der Schulkinder und ihrer Lehrerin."

cht/dpa

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