Coronavirus Impfpriorisierung in Bayern soll diese Woche enden

Bayern hängt bei den Erstimpfungen hinterher, nun will Ministerpräsident Markus Söder das Impftempo erhöhen. Bis Ende Juli sollen 70 Prozent der Menschen mindestens eine Dosis erhalten.
Bayerns Ministerpräsident Söder

Bayerns Ministerpräsident Söder

Foto: Matthias Balk / dpa

Die Corona-Impfkampagne läuft in Bayern langsamer als in anderen Bundesländern. Am Montagmorgen waren erst 50,9 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Virus geimpft, nur in Sachsen sind es mit 47,6 Prozent noch weniger. Bei den Zweitimpfungen liegt Bayern mit 35,2 Prozent im Ländervergleich im Mittelfeld. Nun drängt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf mehr Tempo.

Ziel sei es, bis zum am 30. Juli, dem Beginn der Sommerferien in Bayern, 70 Prozent an Erstimpfungen durchzuführen, sagte Söder. 50 Prozent der Menschen sollten bis dahin bereits vollständigen Impfschutz erhalten. Die Impfpriorisierung in Bayern soll laut Söder noch in dieser Woche fallen. Mehrere Bundesländer, darunter zuletzt auch Hamburg, vollzogen diesen Schritt bereits.

Um die Impfkampagne zu beschleunigen, sollen Söder zufolge verstärkt Betriebsärzte impfen. Die Impfzentren in Bayern sollen zudem über den September hinaus geöffnet bleiben. »Wir glauben, dass es jetzt ein Fehler wäre, einen wesentlichen Bestandteil der Impfstrategie zu beenden«, sagte der Ministerpräsident. Man brauche die Impfzentren aber möglicherweise »etwas reduziert« und »mobiler«.

Söder mahnte angesichts der sich auch in Deutschland ausbreitenden Delta-Variante des Virus zur Vorsicht. Delta sei vor allem für Schülerinnen und Schüler sowie junge Menschen eine große Herausforderung. »Die Delta-Variante zu ignorieren, wäre ein schwerer Fehler.«

Für den kommenden Monat sollen demnach erstmals auch Abschlussklassen geimpft werden können, sofern die Schülerinnen und Schüler mindestens 18 Jahre alt seien. Söder brachte auch einen Bruch mit der Linie der Ständigen Impfkommission (Stiko) ins Spiel, wonach nur Volljährige geimpft werden sollen. Für 12- bis 17-Jährige gibt es in Deutschland keine generelle Impfempfehlung der Stiko. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte dies bereits zuvor kritisiert.

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Söder warnte davor, dass sich die Impfkampagne in den kommenden Wochen durch den Sommer und die Ferienzeit wieder verlangsamen könnte. Bei den Öffnungsschritten plädierte Söder für ein vorsichtiges Vorgehen. Gerade in der Ferienzeit müsse man aufpassen, damit es nicht zum Schulanfang eine neue Infektionswelle gebe. Eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht lehnte er ab.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass derzeit Sachsen-Anhalt das Land mit der niedrigsten Quote bei den Erstimpfungen sei. Tatsächlich ist es aber Sachsen. Wir haben den Fehler korrigiert.

fek
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