Kandidatur für Parteivorsitz Söder will CSU stärker von AfD abgrenzen

Stabilität für Bayern und für die Bundesregierung: Das verspricht Markus Söder, der den CSU-Vorsitz von Horst Seehofer übernehmen will. Eine "One-Man-Show" solle es in Zukunft in der Partei nicht mehr geben.

Markus Söder
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Markus Söder


Bereits am Sonntag hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder offiziell angekündigt, für den CSU-Vorsitz kandidieren zu wollen. Auf einer Pressekonferenz in München konkretisierte er seine Ziele für die Partei nun: Demnach stellt er sich die CSU "heimatnah und weltoffen zugleich" vor, sie solle "optimistisch" sein, vor allem aber "lebensbejahend", sagte Söder. Bayern und die CSU sollten wieder stärker mit einander verflochten sein, ebenso wolle er die Beziehung zur CDU verbessern.

Dafür sicherte er eine konstruktive Zusammenarbeit seiner Partei mit den Regierungspartnern auf Bundesebene zu. "Wir müssen Stabilisierungsfaktor sein von Regierungen", sagte Söder. "Es ist wichtig, konstruktiv und stabil da zusammenzuarbeiten." Insbesondere der Schwesterpartei CDU versprach der er "ein hochkooperatives Miteinander".

Aus dem Wahlkampf zur bayerischen Landtagswahl im Oktober habe man gelernt, sagte Söder. Dabei hatte die CSU die absolute Mehrheit deutlich verpasst. Eine Lehre sei, sich stärker von der AfD abzugrenzen. Das habe man am Anfang wohl falsch eingeschätzt, sagte Söder. Zugleich müsse die CSU auch "die Herausforderung annehmen, die uns die Grünen stellen". Eine "One-Man-Show" solle es in Zukunft nicht mehr geben, "die ist auch out".

Söder will Seehofer nicht aus Ministeramt drängen

Den scheidenden Parteichef Horst Seehofer will Söder nach eigenen Worten nicht aus dem Amt des Bundesinnenministers drängen. Man wolle in Berlin Stabilität und Kontinuität, und "das gilt auch personell", sagte er. Mit Blick auf die künftige Aufgabenteilung kündigte Söder an, man werde "gemeinschaftlich schauen", wie man die bestmögliche Aufstellung finde. "Da werden wir den richtigen Weg miteinander finden."

Söder hatte am Wochenende mitgeteilt, er sei bereit, sich "in den Dienst der Partei zu stellen". CSU-Chef Seehofer will sein Amt bei einem Sonderparteitag am 19. Januar zur Verfügung stellen. CSU-Vizechef Manfred Weber stellte zeitgleich klar, dass er sich nicht um das Amt bewirbt. Söder war bereits Seehofers Nachfolger im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten.

vks/AFP/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Schlaflöwe 19.11.2018
1. Wie?
Im bayerischen Landtagswahlkampf hat Söder die CSU zusammen mit Dobrindt, auch ein übler Hetzer gegen Flüchtlinge, der AfD sehr ähnlich gemacht. Und jetzt plötzlich abgrenzen? Was denn jetzt, der AfD in Sachen Rassismus weiterhin Konkurrenz machen oder nur wieder stockkonservativ? Das ist ja ein Hin und Her bei den Söders.
schwebefliege 19.11.2018
2.
Das dürfte schwierig werden - die Unterschiede sind marginal und in 10 Minuten vorgestellt.
trex#1 19.11.2018
3.
Gut so. Die CSU muss eine eigene Position finden, statt eine AfD Kopie zu sein
Watschn 19.11.2018
4. Söder wird nicht lange bayr. MP bleiben...
Ist m.E. auf die Zukunft projiziert. Die CSU wird unter Söder in den 30%-tern bleiben, was nicht zuletzt auf seine Person zurückzuführen ist. Er ist halt kein Ausgebuffter oder 'a Hund' wie man in Bayern pflegt zu sagen, sondern eher ein 'Bavaria One', also eher ein Kasper...Daher wird wohl Ilse Aigner ihn in 5 Jahren ablösen, nicht zuletzt die CSU durch sie wieder ein polit. akzeptables Gesicht bekommt...
simonweber1 19.11.2018
5. Das
wird aber formal schwierig werden, denn die Parteiprogramme ähneln sich dafür viel zu stark
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