Bayern Neonazis planten Anschlag auf SPD-Spitzenpolitiker Maget

Die vergangene Woche in München verhafteten Neonazis hatten eine ganze Liste voller geplanter Anschlagsziele. Offenbar hatten sie bereits damit begonnen, ein Attentat auf den bayerischen SPD-Politiker Franz Maget vorzubereiten.


Franz Maget ist Spitzenkandidat der SPD bei der bayerischen Landtagswahl
DDP

Franz Maget ist Spitzenkandidat der SPD bei der bayerischen Landtagswahl

München - Die Gruppe habe mit einer entsprechenden Ausspähung bereits begonnen, teilte Bundesinnenminister Otto Schily am Montag in München mit. Maget steht nach SPD-Angaben inzwischen unter Personenschutz der Polizei.

Es sei ein entsprechendes Dokument bei der Neonazi-Gruppe gefunden worden, wonach Maget ausgespäht werden sollte, berichtete Schily. Adresse und Informationen über sein Leben seien bereits beschafft worden. Offenbar seien auch schon Personen losgeschickt worden, um den Spitzenkandidaten für die bayerische Landtagswahl auszuspionieren.

Die Rechtsextremisten hatten den Ermittlungen zufolge eine ganze Reihe von Anschlagszielen auf ihrer Liste - darunter die geplante neue Münchner Synagoge, aber auch Moscheen und eine griechische Schule in München. Die Polizei hatte bei den ersten Festnahmen 14 Kilogramm Sprengstoff sichergestellt, darunter 1,7 Kilo hochexplosives TNT.

Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte das zunächst von der Münchner Polizei geführte Verfahren am vergangenen Donnerstag an sich gezogen. Er ermittelt wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung. Gegen insgesamt zehn festgenommene Personen ergingen bisher Haftbefehle. Zwei davon wurden außer Vollzug gesetzt, so dass sich bislang acht Personen in Untersuchungshaft befinden.



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