SPON-Umfrage zur Bayern-Wahl CSU rutscht weiter ab

Kurz vor der Landtagswahl in Bayern steckt die CSU im Tief: Laut einer Umfrage für SPIEGEL ONLINE können die Christsozialen ihren Abwärtstrend nicht stoppen. Die Grünen dagegen legen weiter zu.
Markus Söder

Markus Söder

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

Seit 1957 stellt die CSU den Ministerpräsidenten in Bayern. Ununterbrochen. Und meist regierte sie mit absoluter Mehrheit. Noch bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 holte die CSU 47,7 Prozent und konnte seither allein regieren.

Diese Zeiten scheinen bald vorbei zu sein. So sieht eine aktuelle Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE und die "Augsburger Allgemeine"  die CSU weit von der absoluten Mehrheit entfernt.

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Demnach kommt die Partei aktuell nur noch auf knapp 33 Prozent - drei Prozentpunkte weniger als im September und fünf Prozentpunkte weniger als im August. Der Abwärtstrend der Christsozialen setzt sich fort.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Spitzenkandidat Markus Söder machte zuletzt die Große Koalition auf Bundesebene für die schlechten Umfragewerte seiner Partei in Bayern verantwortlich - und somit auch Parteichef und Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Der hat den Vorwurf zurückgewiesen: "Ich habe mich in den letzten sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Für die Strategie im Landtagswahlkampf sei der Ministerpräsident zuständig.

Während die CSU weiter verliert, setzen die Grünen ihren Aufwärtstrend fort: Wie schon bei der letzten SPON-Umfrage landen sie auf dem zweiten Platz. Mit rund 18 Prozent setzen sie sich weiter von den hinter ihnen liegenden Parteien ab.

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Die AfD mit knapp 13 Prozent, die SPD mit elf Prozent und die Freien Wähler mit knapp zehn Prozent liefern sich ein Rennen um Platz drei.

FDP und Linke müssen um den Einzug in den Landtag bangen: Die Liberalen erreichen aktuell knapp sechs Prozent, die Linke knapp vier Prozent.

Von der Frage, ob FDP und Linke den Sprung schaffen, hängt auch ab, welche Koalitionen nach der Wahl möglich wären. Geht man davon aus, dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde überwindet, die Linken aber nicht, so kommt den von Civey ermittelten Daten zufolge arithmetisch Schwarz-Grün ebenso in Betracht wie eine Koalition der CSU mit SPD und FDP beziehungsweise mit den Freien Wählern und der FDP. Ein Bündnis mit der AfD hat Ministerpräsident Söder ausgeschlossen.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 6. bis 10. Oktober 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5063 Befragte, der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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asa
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