Bayern Videoüberwachung an Schulen geplant


München - Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Erfurt will Bayerns Innenminister Günther Beckstein die Sicherheitsvorkehrungen an den Schulen des Freistaats verschärfen. Im Einzelfall könne eine Videoüberwachung etwa im Eingangsbereich von Schulen sinnvoll sein, sagte Beckstein (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Jede Schule im Freistaat bekomme einen Verbindungsbeamten bei der Polizei, der Sicherheitskonzepte vor Ort erarbeiten solle. Dazu gehöre ein Notfallplan, um Schulen bei Amokläufen oder anderen Gewalttaten schnell evakuieren zu können. Schulen sollten künftig auch mit mobilen Notruftelefonen ausgerüstet werden.

Beckstein betonte, die Präsenz der Polizei vor Schulen sei in Bayern nach dem Amoklauf in einem Erfurter Gymnasium am Freitag mit 17 Toten erhöht worden. Eine generelle Videoüberwachung von Schulen und festungsartige Eingangskontrollen seien aber kein Heilmittel. Die Schulen müssten selbst entscheiden, welche Maßnahmen sie für nötig hielten. "Eine Videoüberwachung kann einen Amoklauf nicht verhindern", ergänzte Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU).



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