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21. August 2018, 18:50 Uhr

Bayern-Wahl

TV-Duell wackelt - Söder-Herausforderer gesucht

Fällt das TV-Duell vor der bayerischen Landtagswahl aus? Womöglich kommt Ministerpräsident Markus Söder um den Schlagabtausch herum. Der Grund: mindestens ungewöhnlich.

Ja, will denn in Bayern außer dem derzeit amtierenden Markus Söder (CSU) niemand Ministerpräsident werden? Diesen Eindruck könnte man angesichts der aktuellen Spekulationen um das TV-Duell des Bayerischen Rundfunks vor der Landtagswahl gewinnen: Der "Münchner Merkur" will nämlich erfahren haben, dass es diesmal wohl kein solches Aufeinandertreffen im Fernsehen - längst fester Bestandteil des Wahlkampfs - geben wird. Weil der zweite Duellant fehlt.

Da mag die CSU in den Umfragen derzeit noch so sehr schwächeln. Ein klarer Zweitplatzierter und damit ein klarer Söder-Herausforderer ist nicht in Sicht.

Die SPD mit Spitzenkandidatin Natascha Kohnen liegt derzeit in Umfragen bei knapp über 12 Prozent - noch hinter Grünen und AfD. Die grüne Spitzenfrau Katharina Schulze wiederum ist erst 33 und damit zu jung, um Ministerpräsidentin zu werden. "Wählbar ist jeder wahlberechtigter Bayer, der das 40. Lebensjahr vollendet hat", heißt es nämlich in Artikel 44 der Landesverfassung.

Ludwig Hartmann, der Spitzenmann der Grünen, könnte theoretisch antreten. Er hat im Juli seinen 40. Geburtstag gefeiert. Wobei Schulze bei der Spitzenkandidatenkür deutlich mehr Unterstützung bekam als Hartmann.

Die Grünen liegen in den Umfragen mit der AfD beinahe gleichauf. Die AfD aber hat sich entschieden, ohne einen nominellen Spitzenkandidaten in die Wahl zu gehen.

Lösung: mehrere kleinteilige Formate

Der Bayerische Rundfunk will eine Absage des TV-Duells einstweilen nicht bestätigen - allerdings auch nicht das Gegenteil. Gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" erklärte der Sender, man werde in Anbetracht einer Umfrage, die im September veröffentlicht wird, die Frage des Duells noch einmal neu bewerten.

Söder selbst beobachtet die Spekulationen einstweilen mit Genugtuung:

Fällt das Duell tatsächlich aus, könnten mehrere kleinteilige Formate die Alternative sein. Für den 12. September ist eine große TV-Runde mit allen Parteien geplant, die an oder über der Fünf-Prozent-Hürde liegen - für die CSU sollte hier allerdings Fraktionschef Thomas Kreuzer in die Debatte gehen.

höh

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