Bei Neuwahlen Union will Kanzlerkandidaten sofort küren

Seit Monaten kabbeln sich die Unionsparteien wegen der "K-Frage": Wer geht als Kanzlerkandidat in die nächste Bundestagswahl? Falls Kanzler Schröder mit seiner Vertrauensfrage scheitern sollte, könnte sich dieses Problem der CDU/CSU plötzlich ganz schnell lösen. Das Ergebnis steht offenbar schon fest.


Bayern-Politiker Stoiber: Zum Sprung bereit
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Bayern-Politiker Stoiber: Zum Sprung bereit

Hamburg - Für den Fall vorgezogener Neuwahlen zum Deutschen Bundestag wollen CDU und CSU sich noch vor dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Dresden auf einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten verständigen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Führungskreise der Union. CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber wollten sich in diesem Fall unter vier Augen auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen und diesen den Führungsgremien beider Parteien unterbreiten.

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sagte der Zeitung: "Für den Fall von Neuwahlen werden wir diese Frage natürlich ganz kurzfristig klären - gegebenenfalls in drei Tagen."

Unter Berufung auf Unions-Führungskreise schreibt die "Bild"-Zeitung weiter, dass die Kanzlerkandidatur dann wohl eher auf Stoiber zulaufen werde. Bei kurzfristigen Neuwahlen wolle CDU-Chefin Merkel den bayerischen Ministerpräsidenten zur Kandidatur auffordern. Dies würde die Position Merkels als Bundesvorsitzende in den CDU-Landesverbänden stärken, die mehrheitlich zu Stoiber tendierten. Im Gegenzug solle Merkel dann bei Neuwahlen zusätzlich Fraktionschefin anstelle von Friedrich Merz werden.



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