Beliebtheitswerte Westerwelle rutscht auf historisches Tief ab

Seit Oktober geht es im ZDF-"Politbarometer" abwärts für Guido Westerwelle, nun ist er auf einem historischen Tiefpunkt angelangt: Er landete auf dem letzten Platz unter den wichtigsten zehn Politikern im Land. So schlecht stand weder ein Außenminister noch ein FDP-Chef je zuvor in der Umfrage.
Politiker Westerwelle: Absturz auf historischen Tiefstand

Politiker Westerwelle: Absturz auf historischen Tiefstand

Foto: Michael Sohn/ AP

Mainz - Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle ist in der Wählergunst auf ein historisches Tief gestürzt. In der Liste der zehn wichtigsten Politiker des ZDF-"Politbarometers" rutschte der Außenminister mit einem Wert von minus 1,3 auf den letzten Platz ab.

"Nie zuvor ist ein Außenminister oder FDP-Vorsitzender im Politbarometer schlechter bewertet worden", notierte die Forschungsgruppe Wahlen am Freitag. Westerwelle befindet sich den Angaben zufolge seit Oktober 2009 auf Talfahrt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel führt die Liste mit einem Wert von 1,5 an, die CDU-Vorsitzende verdrängte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) knapp, der im Vergleich zu Anfang März deutlich an Zustimmung verlor. Es folgen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (1,3) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (0,9 Prozent). Erst auf den Plätzen fünf und sechs platzierten sich die ersten SPD-Politiker: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier erzielte laut "Politbarometer" einen Wert von 0,5, Parteichef Sigmar Gabriel 0,4.

So gut die Werte für die Kanzlerin sind - Schwarz-Gelb fällt bei den Wählern der Umfrage zufolge durch. Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung hat sich weiter verschlechtert: Anfang des Monats waren 42 Prozent der Meinung, die Regierung leiste gute Arbeit, und 51 Prozent waren der Auffassung, sie mache einen eher schlechten Job. Jetzt stellen der schwarz-gelben Koalition nur noch 36 Prozent ein gutes Zeugnis aus, während 58 Prozent unzufrieden sind. Zu Beginn der Regierungszeit im November 2009 hatten noch 50 Prozent Union und FDP gute Arbeit bescheinigt.

Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb in den Umfragen

Die Unzufriedenheit schlägt sich auch in der Sonntagsfrage nieder: CDU/CSU könnten derzeit zwar mit 37 Prozent rechnen (plus ein Punkt). Doch da der liberale Koalitionspartner einen Punkt abgibt und nur mehr neun Prozent erreicht, hätte Schwarz-Gelb derzeit erneut keine parlamentarische Mehrheit. Die SPD verbessert sich um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent, für die Grünen würden derzeit 13 Prozent stimmen (minus eins). Ähnliche Ergebnisse hatte ein Forsa-Umfrage erbracht.

In der politischen Stimmung verbessern sich CDU/CSU auf 40 Prozent (plus eins), die SPD legt zu auf 28 Prozent (plus zwei). Verluste verzeichnet dagegen die FDP, die nur noch sechs Prozent erreicht (minus drei). Die Linke läge aktuell bei elf Prozent (plus zwei) und die Grünen kämen auf 13 Prozent (minus eins).

63 Prozent der Befragten glauben nicht, dass sich CDU, CSU und FDP in den nächsten Monaten auf ein gemeinsames Steuerkonzept einigen werden. Grundsätzlich halten 57 Prozent in der aktuellen Lage steuerliche Entlastungen auch für nicht richtig, 37 Prozent würden sie dagegen begrüßen (weiß nicht: 6 Prozent).

Im Streit über Finanzhilfen für Griechenland lehnen 68 Prozent der Befragten deutsche Kredite für das hoch verschuldete Land ab. 59 Prozent fürchten wegen der Krise um die Stabilität des Euro.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 23. bis 25. März telefonisch 1260 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

ffr/apn/dpa/Reuters
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