Neuer Parlamentskreis Diese Abgeordneten wollen vom Pferd erzählen

Das Wieher gewinnt: In einem Parlamentskreis können sich demnächst pferdeinteressierte Abgeordnete austauschen - unter ihnen Gründungsmitglied Andrea Nahles. Das sorgt in der SPD nicht nur für Begeisterung.

Andrea Nahles
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Die SPD hat in diesen Tagen einiges auf dem Zettel: Gerade noch versucht die Partei das bayerische Wahldebakel zu verarbeiten, kämpft zeitgleich in Hessen vor der Landtagswahl um Wähler. Und dann ist da noch der Parlamentskreis Pferd - um dessen Gründung sich unter anderem Parteichefin Andrea Nahles kümmert.

Das geht aus einem Schreiben an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages hervor; Nahles unterzeichnete es als eine von vier Unterstützern. "Unser Parlamentskreis hat das Ziel, fraktionsübergreifend im Kreise pferdeinteressierter Kolleginnen und Kollegen über aktuelle Themen zum Pferd und aus der Pferdewelt zu informieren", heißt es in dem Schreiben. Der Parlamentskreis soll zum 20. November seine Arbeit aufnehmen.

Im Gründungskomitee vertreten sind außerdem der FDP-Abgeordnete Pascal Kober, CDU-Mann Alois Gerig und Dieter Stier, ebenfalls CDU. Alle drei eint die Begeisterung für den Pferdesport. "Wie kein anderes Tier hat das Pferd den Menschen beeinflusst: Über 5000 Jahre prägte das Pferd Fortbewegung und Transport, Landwirtschaft und Militär", heißt es im Einladungsschreiben des Kreises.

"Frau Nahles hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, Reiterin zu sein", sagte eine Sprecherin der SPD-Vorsitzenden auf SPIEGEL-Anfrage. "Das ist ein Interesse, das sie mit 1,6 Millionen Deutschen teilt." Aus der SPD gibt es durchaus die Frage, ob sich die Vorsitzende ob der tiefen Krise der Partei nicht auf andere Dinge konzentrieren solle.

Zeitpunkt der Veröffentlichung "reine Zufälligkeit"

An sich ist die Gründung eines Parlamentskreises nichts Außergewöhnliches. Vergleichbare Arbeitsgruppen gibt es zu vielen Themen: Etwa zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland und des deutschen Mittelstands oder den Parlamentskreis Automobiles Kulturgut - die Mitglieder setzen sich für Oldtimer-Liebhaber ein.

"Ich bedaure sehr, dass der Parlamentskreis nun als Anlass für Häme gegen Frau Nahles genommen wird", sagt Mitinitiator Pascal Kober. Er habe Nahles persönlich angefragt, weil er von ihrer Begeisterung für Pferde gewusst habe - die SPD-Chefin besitzt einen Friesenwallach. "Dass die Einladung jetzt verschickt wurde, ist eine reine Zufälligkeit", so Kober mit Blick auf den Termin zwischen den beiden wichtigen Landtagswahlen. Sein Büro habe es einfach nicht früher geschafft. "Da etwas hinein zu interpretieren, wäre unfair."

mit Material der dpa



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