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27. Januar 2016, 14:22 Uhr

Berliner Flüchtlingsamt

Das Scheitern des Lageso - das Protokoll

Von , Maximilian Gerl und

Tagelanges Warten, keine Auszahlung von Essensgeld, Gewalt - jetzt angeblich ein Toter: Seit Monaten steht das Berliner Flüchtlingsamt Lageso in den Schlagzeilen. Die Chronologie des Scheiterns.

Es ist immer noch so. Auch an diesem Mittwoch warten Flüchtlinge vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit, dem berüchtigten Lageso, stundenlang. Manche kommen jeden Tag wieder. Einige erzählen, sie hätten die Nacht im Freien verbracht.

Unter der Hand berichtet ein ehrenamtlicher Helfer, dass sich am Lageso nichts gebessert habe. Immer noch lange Wartezeiten und eine schlechte Versorgung ließen den Schwarzmarkt blühen. "Für 100 Euro verkaufen manche Security-Mitarbeiter Wartemarken." Auch einige Asylbewerber stellten sich tagelang an, um ihre Marken später teuer zu verkaufen.

Das Lageso ist in der Flüchtlingskrise zum Symbol geworden für das Behördenversagen in der deutschen Hauptstadt. Nun klagen Helfer, es gebe einen ersten Toten. Ein 24-jähriger Syrer soll in der Nacht gestorben sein, nachdem er tagelang - auch mit Fieber - beim Lageso angestanden haben soll, berichten sie. Die Behörden konnten das nicht bestätigen. "Wir haben alle Aufnahmekrankenhäuser abgefragt", sagte eine Sprecherin der für das Lageso zuständigen Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. "Dort gibt es keine Informationen darüber." Auch ein Sprecher der Feuerwehr sagte, sämtliche Einsätze des Rettungsdienstes in dem entsprechenden Zeitraum seien geprüft worden - allerdings ohne Ergebnis.

Fakt ist: Seit Monaten ändert sich am Lageso trotz aller Beteuerungen nichts Grundlegendes. Die Liste des Scheiterns ist lang - seitdem im Spätsommer die Zahl der Flüchtlinge rasant angestiegen ist.

August 2015

Oktober 2015

November 2015

Dezember 2015

Januar 2016

Im Video: Syrer soll nach Warten vor Lageso gestorben sein

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