Diskussionsrunde in Berlin Demonstranten lassen Sarrazin-Veranstaltung platzen

Thilo Sarrazin behauptet gern, dass man vieles in Deutschland nicht sagen darf. Jetzt ist der Buchautor und Ex-Banker in Berlin tatsächlich nicht zu Wort gekommen: Wegen heftiger Proteste fand ein geplantes Gespräch nicht statt.
Thilo Sarrazin: Kritiker von "Gleichheitswahn" und "Tugendterror"

Thilo Sarrazin: Kritiker von "Gleichheitswahn" und "Tugendterror"

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Berlin - Demonstranten haben am Sonntag in Berlin eine geplante Diskussionsrunde mit dem umstrittenen Bestsellerautor Thilo Sarrazin verhindert. Nach Polizeiangaben versammelten sich um die hundert Menschen vor dem Berliner Ensemble zu Protesten; einige gingen auch hinein, um ihren Unmut zu äußern. Das Theater sagte laut Polizei die vom Magazin "Cicero" organisierte Veranstaltung kurzerhand ab.

Das Magazin berichtete per Twitter , Besucher hätten Protestschilder hochgehalten und Sprechchöre skandiert. Sie hätten sich geweigert, den Saal zu verlassen; auch Handgreiflichkeiten habe es gegeben. Ein von "Cicero" veröffentlichtes Video  zeigt die Proteste.

Sarrazin wollte sein neues Buch "Der neue Tugendterror. Die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland" vorstellen. Darin kritisiert er ein vermeintliches linksliberales Gutmenschentum, das auf moralisch korrekte Gesinnung anstatt auf Fakten setze und einem "Gleichheitswahn" anhänge. In den vergangenen Jahren war er besonders wegen islamkritischer Thesen und wegen Exkursen zur Vererbung von Intelligenz kritisiert worden.

wbr/dpa

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