Abgeordnetenhauswahl Hohe Wahlbeteiligung in Berlin

In Berlin zeichnet sich eine rege Wahlbeteiligung ab, mancherorts müssen die Wähler anstehen: Bis zum Mittag hatten bereits deutlich mehr Menschen abgestimmt als zum gleichen Zeitpunkt bei der Wahl 2011.

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Bei der Wahl des neuen Berliner Abgeordnetenhauses sind die Berliner offenbar gut motiviert: Bis Sonntagmittag, 12 Uhr, hatten bereits 25,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Das waren sechs Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2011, wie die Landeswahlleitung am Sonntag erklärte. Damals hatten bis zum Mittag gut 19 Prozent abgestimmt. Zudem hatten diesmal so viele Menschen einen Antrag auf Briefwahl gestellt wie nie zuvor - gut 21 Prozent aller Wahlberechtigten.

Die Wahllokale hatten in den zwölf Stadtbezirken ab 8 Uhr morgens geöffnet, teilweise bildeten sich um die Mittagszeit lange Schlangen bei der Stimmabgabe. Bei Twitter und Facebook berichteten Berliner von Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Wahllokalen unter anderem in den Stadtvierteln Friedenau und Schöneberg.

Im Wahlkanal des "Tagesspiegel" auf Twitter war sogar von einem zwischenzeitlichen "Annahmestopp" in einem Schöneberger Wahllokal zu lesen.

Als Reaktion auf die Berichte sagte der Geschäftsstellenleiter der Berliner Wahlbehörde, Geert Baasen, dem "Tagesspiegel", dass es Schlangen geben liege "einfach an den Stoßzeiten". Zu ganz bestimmten Zeiten gingen besonders viele Leute zum Wählen, etwa "kurz vor dem Essen und kurz nach dem Essen" oder auch "kurz vor der Schließung der Wahllokale". Mit der offenbar gestiegenen Wahlbeteiligung "kann es nicht liegen, dass es Warteschlangen gibt", so Baasen.

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Berlin-Wahl: Schlangestehen mit Bürgermeister Müller

Rund 2,48 Millionen Menschen sind aufgerufen, über die mindestens 130 Sitze im Landesparlament zu entscheiden. 927 Kandidaten von 21 Parteien treten an. Parallel dazu werden auch die Kommunalparlamente gewählt.

Die Wahl sei bislang ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, hieß es weiter. Umfragen im Vorfeld sahen die SPD mit Regierungschef Michael Müller trotz starker Verluste vorn.

Mit Spannung wird erwartet, wie CDU und AfD abschneiden. Die rechtspopulistische AfD hatte bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Erfolge mit zweistelligen Ergebnissen gefeiert und die Union viele Stimmen gekostet. Die meisten Wähler gewann die AfD allerdings aus dem Lager früherer Nichtwähler.


Wahl-O-Mat zur Berlin-Wahl: Welche Partei passt zu mir?

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cht/dpa

insgesamt 178 Beiträge
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Seite 1
dieter 4711 18.09.2016
1. Hat die AfD wenigstens etwas Gutes gebracht
Dann hat die AfD ja wenigstens etwas Gutes gebracht, nämlich dass die Wahlbeteiligung in die Höhe gegangen ist.
RenegadeOtis 18.09.2016
2.
Ich begrüße eine hohe Wahlbeteiligung sehr.
sotomajor 18.09.2016
3. Zeichen setzen
Ich hoffe die Menschen setzen wieder ein Zeichen. Diese Politik der Altparteien darf so nicht mehr weiter gehen, sie spaltet die Gesellschaft und führt die Demokratie ad Absurdum. Alle Vorwürfe und Nachteile sind in dieser ihrer Politik verursacht worden und zu finden !
galbraith-leser 18.09.2016
4. Eine hohe Wahlbeteiligung ist prinzipiell gut für die Demokratie
Eine Wahl zeichnet sich dadurch aus, dass der Wähler zwischen verschiedenen Alternativen entscheiden kann. Die Bezeichnung von politischen Entscheidungen als alternativlos muss daher jeden echten Demokraten alarmieren. Dass nun so viele Nichtwähler reaktiviert werden, ist daher zu begrüßen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das am Wahlabend alle Parteien so sehen werden.
breguet 18.09.2016
5. Gottseidank gibts die AfD
Da sieht man wieder wie gut die AfD für die Demokratie, und Deutschland ist. Endlich interessieren sich die Bürger wieder für Politik, und besonders für eine fortschrittliche Politik wie die AfD sie macht. Sie gehen wieder wählen, zum Schrecken der etablierten Parteien. Die Leute merken zusehends, dass ein weiter so Deutschland überfordert und zu stark verändert. Das möchten sie nicht und nützen die einzige Alternative die im Mecklenburger Allerlei geblieben ist, die AfD.
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