Anschlag in Berlin Das waren die Ereignisse vom Mittwoch im Minutenprotokoll

Die Ermittler fahnden mit Hochdruck nach dem Verdächtigen Anis Amri. Immer mehr Details über sein bisheriges Leben werden bekannt. Lesen Sie alle Entwicklungen im Minutenprotokoll nach.

Anis Amri
BKA

Anis Amri


Zwölf Tote, etwa 50 Verletzte, zwölf davon sehr schwer: Die Sicherheitsbehörden werten die Lkw-Attacke auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend als Anschlag mit terroristischem Hintergrund. Auch ab Mittwochmorgen gab es bei SPIEGEL ONLINE einen Newsblog, der Sie umfassend über alle wichtigen Entwicklungen rund um den Anschlag und die Ermittlungen informiert hat.

Hier können Sie alle Geschehnisse des Tages nachlesen.

22.50 Uhr

Der Breitscheidplatz ist wieder frei zugänglich: Die Polizei Berlin hat mitgeteilt, dass die Ermittler der Spurensicherung ihre Arbeit beendet haben.

22.13 Uhr

In Berlin wurden laut Medienberichten zwei Wohnungen durchsucht. Der flüchtige mutmaßliche Attentäter konnte dabei nicht gefasst werden. Später wurde die Meldung korrigiert: Die Berliner Polizei schrieb bei Twitter, der Einsatz habe nicht in einer Wohnung stattgefunden. "Gerüchte und Falschmeldungen im Netz helfen keinem", schrieben die Beamten, die bereits in den vergangenen Tagen vor voreiligen Schlüssen gewarnt hatten.

21.52 Uhr

Der Chor der Berliner Gedächtniskirche und ein Flüchtlingschor haben heute Nachmittag zusammen "We Are The World" für die Opfer vom Breitscheidplatz gesungen.

21.33 Uhr

"Der Horror bleibt mir abstrakt, als wäre das alles in einem fernen Land geschehen", schreibt unser Autor Stefan Kuzmany in seinem Kommentar zum Anschlag von Berlin. Er weigere sich, jetzt menschenfeindlich zu werden und sich aufhetzen zu lassen. "Ich habe nicht vor, mich kleinkriegen zu lassen. Dafür bin ich nicht nach Berlin gekommen."

21.10 Uhr

Der Gesuchte ist offenbar auch in seinem Heimatland sowie in Italien als Straftäter verurteilt worden. Anis Amris Vater sagte dem tunesischen Radiosender Mosaique FM, sein Sohn habe in Italien vier Jahre im Gefängnis gesessen. Der Grund: Er war beschuldigt worden, in eine Brandstiftung verwickelt zu sein. In Tunesien soll er in Abwesenheit wegen schweren Raubes zu fünf Jahren Haft verurteilt worden sein, berichtet Mosaique FM unter Berufung auf tunesische Sicherheitskreise.

20.48 Uhr

Anis Amris Geschwister können nicht glauben, dass ihr Bruder für den Anschlag verantwortlich sein soll. "Als ich das Foto meines Bruders in den Medien gesehen habe, habe ich meinen Augen nicht getraut", sagte Abdelkader Amri, ein Bruder des Verdächtigen, der Nachrichtenagentur AFP. Falls sich wider Erwarten doch herausstellen sollte, dass sein Bruder für den Anschlag verantwortlich sei, verdiene er "jede Strafe". "Wir lehnen den Terrorismus und die Terroristen ab", sagte Abdelkader Amri. Seine Schwester Najoua beschreibt ihren zur Fahndung ausgeschriebenen Bruder als fröhlichen Menschen. Über Facebook habe er Kontakt mit der Familie aufgenommen. "Wir haben nie den Eindruck gehabt, dass etwas nicht stimmte", sagte sie. Anis Amri hat insgesamt fünf Geschwister, einen Bruder und vier Schwestern.

20.24 Uhr

Tunesische Ermittler haben laut einem Medienbericht die Familie des mutmaßlichen Attentäters von Berlin verhört. Demnach ist eine Anti-Terror-Einheit am Mittwoch zum Haus der Familie in der nordöstlichen Provinz Kairouan gefahren, wie die tunesische Zeitung Al-Chourouk schreibt. Die Angehörigen sollen den Polizisten gesagt haben, dass sie keinen regelmäßigen Kontakt mit Anis Amri gehabt hätten, seit er das Haus während der arabischen Aufstände Ende 2010 verlassen habe. Der Zeitung zufolge lebt die Familie in ärmlichen Verhältnissen. Die Provinz Kairouan gilt als Salafistenhochburg.

19.43 Uhr

Anis Amri war schon monatelang auf dem Radar der deutschen Behörden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, hat die Berliner Justiz den Tatverdächtigen von März bis September 2016 observieren lassen. Auch seine Kommunikation sei überwacht worden. Die Ermittler wollten demnach Hinweisen nachgehen, wonach Amri einen Einbruch geplant hatte. Dabei wollte er sich angeblich Geld beschaffen, um automatische Waffen zu kaufen - "möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch. Der Verdacht habe sich aber nicht erhärtet. Warum der Tunesier einfach abtauchen konnte, lesen Sie hier.

19.30 Uhr

Am Abend haben sich NPD-Anhänger und weitere Rechtspopulisten aus den Reihen der Alternative für Deutschland (AfD) und der Identitären Bewegung zu verschiedenen Kundgebungen in Berlin versammelt. Wegen zahlreicher Gegendemonstranten konnten die Rechten aber ihren Aufmarsch offenbar bisher nicht starten. Rund 800 Menschen protestierten unter dem Motto "Keine Nazis, nirgends. Keine Islamisten, nirgends" gegen den Aufzug der Berliner NPD, die in der Nähe des Breitscheidplatzes demonstrieren wollte. Dem Aufruf der Rechten waren etwa 130 Menschen gefolgt.

Teilnehmer einer Protestkundgebung gegen Rechts in Berlin
DPA

Teilnehmer einer Protestkundgebung gegen Rechts in Berlin

19.10 Uhr

Der Pegida-Frontmann Lutz Bachmann hat bereits am Montagabend mit einem Tweet für Verwirrung gesorgt, in dem er von einem "tunesischen Moslem" als Täter sprach. Diese Info habe er angeblich aus internen Quellen der Berliner Polizeiführung. Zum Zeitpunkt des Tweets lag der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt gerade einmal zwei Stunden zurück. Bachmanns Äußerungen widersprechen den Darstellungen der Berliner Polizei, die mitgeteilt hat, die Papiere erst zu einem späteren Zeitpunkt gefunden zu haben. Erst das habe zur Fahndung nach dem jetzt gesuchten mutmaßlichen Täter geführt. Sein Name ist erst heute öffentlich bekannt geworden. Bachmann schreibt heute bei Twitter: "Da stimmte meine Info von 1h nach dem Anschlag wohl doch? Polizei sucht nun doch Tunesier..."

18.50 Uhr

Der Verdächtige soll verschiedene Aliasnamen benutzt haben, auch bei seinem Herkunftsland soll er getrickst haben. Was wir bisher über den Täter wissen, lesen Sie hier.

17.46 Uhr

Der 24-jährige Tunesier Anis Amri ist zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben worden. Das teilte das Bundeskriminalamt mit. Die Behörde warnte auch davor, dass der Verdächtige gewalttätig und bewaffnet sein könnte. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesetzt. Hier geht es zur offiziellen Ausschreibung.

Fahndungsausschreibung nach Anis Amri
DPA/ BKA

Fahndungsausschreibung nach Anis Amri

17.33 Uhr

Hintergründe zum getöteten Lkw-Fahrer aus Polen, der auf dem Beifahrersitz gefunden wurde, lesen Sie hier.

17.27 Uhr

Auch in Deutschland werden Weihnachtsmärkte nun besser geschützt, durch erhöhte Polizeipräsenz und durch Betonblöcke:

Potsdamer Platz in Berlin
DPA

Potsdamer Platz in Berlin

17.05 Uhr

Aus Furcht vor einem weiteren Anschlag in Frankreich verschärft die Pariser Regierung die Sicherheitsvorkehrungen und lässt nach eigenen Angaben präventiv verdächtige Personen festnehmen. Auf Weihnachtsmärkten wird demnach kontrolliert, ob die Veranstalter wie angeordnet Taschen durchsuchen lassen und Betonabsperrungen an den Eingängen errichtet haben. Schon in London waren zuvor die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden.

16.42 Uhr

Das Bundesinnenministerium hat sich für einen Tweet entschuldigt, der "für Irritationen gesorgt" hat. Zuvor hatte das Ministerium die Bekanntgabe, dass nach einem Tatverdächtigen gesucht werde, mit dem Hashtag #Tunesier versehen und damit bereits auf die Nationalität von Anis A. hingewiesen.

16.19 Uhr

In Berliner Kliniken werden derzeit noch zwölf Menschen behandelt, die beim Anschlag schwerste Verletzungen erlitten haben. Die Zahl der Todesopfer liegt ebenfalls weiter bei zwölf und hat sich nicht weiter erhöht, teilte der Berliner Senat mit. Allerdings seien noch Patienten in kritischer Verfassung.

16.10 Uhr

Die deutsche Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" macht ihr neues Heft mit dem Berliner Terroranschlag auf. Auf der vorab verbreiteten Titelseite ist ein Lebkuchenhaus zu sehen, aus dem mehrere Gewehrläufe ragen. "Sie werden unsere Art zu leben nicht verändern", lautet der Text zum Bild des Zeichners Foolz.

"Charlie Hebdo" erlangte traurige Berühmtheit, als vor knapp zwei Jahren zwei Islamisten einen Anschlag auf die Redaktion begingen und zwölf Menschen ermordeten, darunter mehrere bekannte Zeichner.

Titelbild der deutschen Ausgabe des Satiremagazins Charlie Hebdo
DPA/ Charlie Hebdo

Titelbild der deutschen Ausgabe des Satiremagazins Charlie Hebdo

15.38 Uhr

Während die Suche nach Anis A. läuft, ist laut NRW-Innenminister Ralf Jäger die Tatbeteiligung des Mannes "noch überhaupt nicht geklärt". Seit Februar habe der Tunesier seinen Lebensmittelpunkt in Berlin gehabt, im Juni sei ein Asylantrag abgelehnt worden. Die Abschiebung konnte allerdings nicht durchgeführt werden , weil die Person keine gültigen Ausweispapiere besaß. Das Passersatzverfahren verzögerte sich, weil Tunesien zunächst abstritt, dass Anis A. tunesischer Staatsbürger sei. Erst heute sind die nötigen Dokumente laut Jäger eingetroffen.

15.17 Uhr

In Emmerich in Nordrhein-Westfalen deutet sich ein Polizeieinsatz an. Die Rheinische Post vermeldete bereits, dass eine Razzia läuft, das scheint jedoch nicht zu stimmen. Vor Ort ist die Situation abstrus: Mehrere Journalisten sind bereits da, ein großes Polizeiaufkommen gibt es aber noch nicht. Laut der "Welt" verzögern sich Razzien aktuell wegen Schreibfehlern in den Durchsuchungsbeschlüssen.

14.42 Uhr

"Es gibt einen neuen Verdächtigen. Nach ihm wird gefahndet", das bestätigte Innenminister Thomas de Maizière. Schon um Mitternacht sei eine Fahndung ausgeschrieben worden. Sie laufe nicht öffentlich, aber europaweit. Einzelheiten wie zum Beispiel zur Identität der Person wollte de Maizière nicht nennen. Er sagte aber, bei dem Verdächtigen müsse es sich nicht zwingend um den Täter handeln.

14.03 Uhr

Nach SPIEGEL-Informationen sollen in Bezug auf den Verdächtigen Anis A. "intensive Kontrollen der Person" angeordnet gewesen sein. Hier können Sie lesen, was wir bisher über den mutmaßlichen Täter wissen.

13.48 Uhr

Twitter war auch beim Anschlag in Berlin wieder ein Ort für zahlreiche Spekulationen. Viele Nutzer reagierten darauf humorvoll. Der Hashtag #KatzenstattSpekulationen machte sich breit, also die Aufforderungen, Katzenfotos zu verbreiten und auf wilde Theorien und unbestätigte Informationen zu verzichten. Jetzt ist auch die Polizei Berlin mit eingestiegen.

13.30 Uhr

Die Polizei München hat eine strafrechtliche Prüfung eines Tweets von Marcus Pretzell angekündigt. Das schrieb sie ebenfalls auf Twitter. Der AfD-Politiker hatte schon kurz nach dem Anschlag unter anderem geschrieben: "Es sind Merkels Tote." Trotz heftiger Kritik ist der Tweet immer noch auf seiner Seite zu sehen. Pretzell reagierte gelassen auf die Aussagen der Polizei - und verhöhnt sie.

13.18 Uhr

Frankreichs Präsident François Hollande und mehrere Regierungsmitglieder haben sich in der deutschen Botschaft in Paris in einem Kondolenzbuch eingetragen. Der Staatschef wurde von Premierminister Bernard Cazeneuve, Außenminister Jean-Marc Ayrault und Europa-Staatssekretär Harlem Désir begleitet. Hollande hatte vorher beim Verlassen des Élysée-Palastes die Solidarität mit Deutschland bekräftigt. Es gebe einen permanenten Kontakt mit den "deutschen Freunden", so Hollande: "Wir sind an ihrer Seite."

13.04 Uhr

Am Dienstag wurde das Hinweisportal des Bundeskriminalamts (BKA) durch einen sogenannten DDoS-Angriff zeitweise lahmgelegt. Bei einer solchen Attacke werden Server durch massenhafte Anfragen überlastet. Das Hinweisportal war nach Auskunft des BKA auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE zwischen 17 und 19.30 Uhr nicht erreichbar. Das BKA habe danach erfolgreich Gegenmaßnahmen ergriffen. Die Seite habe am Abend wieder funktioniert, hieß es. Das BKA ermittele nun in eigener Sache, hieß es. "Wir tun alles, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten", sagte eine Sprecherin. Über den Vorfall hatte zuerst die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtet.

12.59 Uhr

Über den bundesweit gesuchten Verdächtigen Anis A. werden mehr Details bekannt. Der Tunesier kam 2012 nach Italien und beantragte 2015 Asyl in Deutschland, wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet. Die Papiere des Mannes, der einschlägig polizeibekannt gewesen sein soll, wurden im Fußraum der Fahrerkabine des Lastwagens gefunden. Gemeldet war er demnach in einer Asylbewerberunterkunft in Emmerich am Rhein, wo er aber von Amts wegen abgemeldet wurde.

12.45 Uhr

Die Kölner Polizei will wegen des Anschlags in Berlin den Dom in der Metropole an Weihnachten zusätzlich schützen. "Ich bin mir der besonderen Verantwortung bewusst, was den Dom angeht", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies. "Was ich zusagen kann, ist auf jeden Fall eine Polizeipräsenz an den Domzugängen." Dies gelte für die Christmette und die anderen großen Weihnachtsgottesdienste. Dompropst Gerd Bachner sagte, dass er für Einlasskontrollen zurzeit keinen Anlass sehe. "Ob man mit großen Rucksäcken oder Koffern in den Dom kommt, das möchte ich mir - in Absprache mit der Polizei - noch offen halten."

12.38 Uhr

Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin soll am Donnerstag wieder öffnen - drei Tage nach der Lkw-Attacke mit 12 Toten. Das sagte eine Sprecherin des Schaustellerverbands. Alle anderen Weihnachtsmärkte in der Bundeshauptstadt haben bereits am heutigen Mittwoch wieder geöffnet.

Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz
DPA

Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz

12.35 Uhr

12.27 Uhr

Bundespräsident Joachim Gauck hat den verletzten Überlebenden des Anschlags die Anteilnahme der ganzen Nation übermittelt. "Die Menschen sollen spüren, dass sie nicht allein sind", sagte Gauck nach einem Besuch im Virchow-Klinikum der Charité. "Ich habe sie an die Kräfte erinnert, die in ihnen sind", sagte der Präsident. Unter anderem habe er mit einem Mann gesprochen, "der verletzt wurde, weil er geholfen hat", sagte Gauck. Der Mann sei bei der Rettung der Verletzten von einem herabstürzenden Balken im Genick getroffen worden.

12.16 Uhr

In der Debatte über mögliche politische Reaktionen nach dem Anschlag stellt sich die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner gegen Horst Seehofer. Die Forderung des CSU-Chefs nach einer Obergrenze für Flüchtlinge halte sie auch nach dem Anschlag in Berlin für hilflos. "Selbst eine Obergrenze gewährleistet doch nicht, dass nur Heilige unter den Flüchtlingen wären", sagte Klöckner. Seehofer hatte erklärt, dass die CSU nach der Wahl 2017 in die Opposition gehen würde, wenn im Falle eines Wahlsiegs der Union in den Koalitionsvertrag keine Obergrenze aufgenommen wird. Am Dienstagmorgen forderte sein Generalsekretär Andreas Scheuer eine komplette Neujustierung der deutschen Flüchtlingspolitik.

12.10 Uhr

Führende AfD-Politiker haben eine Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt am Abend angekündigt. Sowohl Thüringens Landeschef Björn Höcke, als auch der stellvertretende Parteichef Alexander Gauland sagten ihre Teilnahme zu. Gauland hatte am Dienstag die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für den Anschlag verantwortlich gemacht. "Es reicht!", schrieb Höcke auf Facebook, "Gesicht zeigen in Berlin." Zu den Veranstaltern gehört der Ideologe der Neuen Rechten, Götz Kubitschek.

12.05 Uhr

Bundesjustizminister Heiko Maas ruft angesichts der neuesten Entwicklungen zu Besonnenheit auf. "Wir müssen alles tun, um diesen abscheulichen Anschlag aufzuklären", sagte der SPD-Politiker. Die beste Antwort auf den Hass von Terroristen sei der wehrhafte Rechtsstaat. "Niemand sollte versuchen, dieses abscheuliche Verbrechen für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Wer es dennoch tut, entlarvt sich selbst als verantwortungslos."

11.57 Uhr

Der bundesweit gesuchte Anis A. soll im April 2016 Asyl in Deutschland beantragt und zunächst eine Duldung erhalten haben. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll er zudem Kontakte zum deutschen Netzwerk des vor Kurzem verhafteten Dschihadisten Abu Walaa unterhalten haben und wurde demnach als Gefährder eingestuft.

11.47 Uhr

Der jetzt gesuchte Tunesier ist der zweite Tatverdächtige. Einen zunächst festgenommenen Verdächtigen hatten die Ermittler am Dienstag wieder freigelassen, nachdem sich gegen ihn kein dringender Tatverdacht ergeben hatte. Insgesamt hat die Polizei nach eigenen Angaben mehr als 500 Hinweise zu dem Anschlag erhalten.

11.41 Uhr

Am zweiten Tag nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz verfolgt die Polizei eine heiße Spur. Unter dem Fahrersitz im Tatfahrzeug fanden die Ermittler nach SPIEGEL-Informationen ein Ausweisdokument, offenbar eine Duldungsbescheinigung. Das Dokument ist auf einen tunesischen Staatsbürger namens Anis A. ausgestellt, 1992 in der Stadt Tataouine geboren. Der Verdächtige soll auch mit zwei Aliasnamen und verschiedenen Geburtsdaten bekannt sein. Wie die "Allgemeine Zeitung" aus Mainz schreibt, soll der Mann Ahmed A. heißen.

mja/mxw/dpa/AFP

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