Berlin-Kreuzberg Von Flüchtlingen besetzte Schule wird geräumt

Zunächst sollten sie freiwillig gehen, dann wurde geräumt: Rund 200 Flüchtlinge, die seit 2012 in einem Schulgebäude in Berlin-Kreuzberg wohnen, müssen ihre Unterkunft verlassen. Die Polizei ist mit einem größeren Aufgebot vor Ort.

Protest gegen die Räumung in Berlin: Polizisten gehen gegen Demonstranten vor
DPA

Protest gegen die Räumung in Berlin: Polizisten gehen gegen Demonstranten vor


Berlin - Seit Dezember 2012 besetzten rund 200 Flüchtlinge eine Schule in Berlin-Kreuzberg - nun wird das Gebäude geräumt. Das Bezirksamt und die Polizei versuchten am Dienstagvormittag zunächst, die Bewohner zum freiwilligen Umzug in zwei andere Unterkünfte zu bewegen. Das erklärte ein Bezirkssprecher.

Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vor dem früheren Schulgebäude vertreten. Sie leiste dem Bezirk Amtshilfe, sagte eine Sprecherin. Die Polizei twitterte, der Senat habe den Bewohnern neue Unterkunftsplätze zur Verfügung gestellt. Diese liegen in den Stadtteilen Spandau und Charlottenburg.

Die Schule steht bundesweit im Blickpunkt, weil sie seit anderthalb Jahren von zahlreichen Flüchtlingen besetzt ist. Seit Dezember 2012 leben rund 200 Menschen unter unwürdigen Bedingungen: So gibt es nur wenige Toiletten und lediglich eine Dusche. Zuletzt wohnten dort auch Roma-Familien, Obdachlose und Drogendealer. Unter den Bewohnern kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Polizei musste bereits zu mehr als hundert Einsätzen ausrücken. Ende April wurde ein 29-jähriger Marokkaner von einem Mitbewohner erstochen.

vek/dpa

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