Großeinsatz in Berlin Linksextremisten bekennen sich offenbar zu Brandanschlag auf Betonhersteller
Polizei im Einsatz (Symbolbild)
Foto:John McDoughall / AFP
Hinter einem Feuer auf dem Werksgelände eines Betonherstellers in Berlin-Kreuzberg stehen mutmaßlich Aktivisten aus dem linksextremen Milieu. Der Brand auf dem Areal an der Stadtautobahn A100 war am Mittwochmorgen ausgebrochen und hatte laut Berliner Feuerwehr mehrere Lkw, eine Förderstrecke für Schüttgut und ein technisches Gebäude erfasst. Die Feuerwehr war demnach mit 44 Einsatzkräften vor Ort, Personen wurden nicht verletzt.
Am Mittwochnachmittag war dann auf der Plattform »indymedia« ein von der Gruppierung »Switch Off!« verfasstes Bekennerschreiben veröffentlicht worden, über das zunächst der »Tagesspiegel« berichtet hatte . In dem Brief heißt es, dass die Tat »inspiriert von einer Reihe von Aktionen und Sabotagen gegen ›die Welt des Betons‹ in Frankreich, Belgien und der Schweiz« sei. »Indymedia« gilt als zentrale Internetplattform der linksradikalen Szene.
Die Gruppe führt in dem Schreiben weiter an, dass Beton »der Klimakiller schlechthin« sei und mehr CO₂ ausstoße als der Flugverkehr. Sie bemängelt, dass Teile der Klimabewegung sich hierzulande vor allem dadurch auszeichneten, »wohl gemeinte Bitten an die Politik zu stellen«. Die Auseinandersetzungen seien »konform und angepasst«, heißt es nun. Früherer gewaltsamer Widerstand von Aktivisten gegen politische Vorhaben wie die Proteste gegen die Startbahn West am Flughafen Frankfurt am Main oder »Bahninfrastruktursabotage« im Zuge der Castortransporte werden dagegen als wünschenswert dargestellt.
Zusammenhang mit Krieg in Gaza
Bei dem Anschlag in Berlin wird auch auf mutmaßliche Verstrickungen des betroffenen Unternehmens im Israel-Gaza-Krieg verwiesen. Der weltweit operierende Konzern habe sich zum »Handlanger und Verbündeten der extrem-rechten Politik« von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gemacht.
Auf ihrer Website reklamiert die Gruppe »Switch Off!« auch für weitere Anschläge die Verantwortung, darunter Angriffe auf eine Zementfabrik nahe Mülhausen in Frankreich und auf die Raumfahrtmesse Space Tech Expo Europe in Bremen.