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Berliner Tiergartenmord Neue Spuren führen zu russischem Geheimdienst

Der Berliner Tiergartenmord von 2019 belastet das deutsch-russische Verhältnis. Nun gibt es nach SPIEGEL-Recherchen neue Hinweise auf eine mögliche Verstrickung des russischen Geheimdienstes FSB.
aus DER SPIEGEL 35/2020
Ermittler am Tatort im Kleinen Tiergarten 2019

Ermittler am Tatort im Kleinen Tiergarten 2019

Foto: REUTERS

Ein möglicher Helfer des mutmaßlichen Tiergartenmörders Vadim Krasikov hat ebenfalls Verbindungen zu Russlands Inlandsgeheimdienst FSB. Nach gemeinsamen Recherchen des SPIEGEL und der Investigativplattformen Bellingcat und The Insider verwendete Roman D. zwei falsche Identitäten. D. ist ein ehemaliges Mitglied einer FSB-Eliteeinheit, die unter anderem in Afghanistan und Tschetschenien eingesetzt wurde. Heute arbeitet D. für die "Vympel"-Organisation, die von ehemaligen Mitgliedern der Kampfgruppe gegründet worden ist.

DER SPIEGEL 35/2020
Foto: Chris Kleponis / imago images

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Vadim Krasikov wird beschuldigt, am 23. August 2019 in Berlin einen Exilgeorgier im Auftrag staatlicher russischer Stellen erschossen zu haben - was er bestreitet. Er unterhielt im Vorfeld des Attentats Verbindungen zu "Vympel"-Leuten und war wiederholt in Trainingszentren des FSB. Der Prozess gegen ihn soll im Oktober vor dem Berliner Kammergericht beginnen.

Roman D. fiel den Ermittlern auf, weil er in seinem Visumantrag für den Schengenraum denselben Arbeitgeber wie der mutmaßliche Tiergartenmörder genannt und sein Visum auch am selben Tag beantragt hatte.

Noch ist für die Ermittler allerdings unklar, ob er Krasikov bei dessen Tat unterstützt hat und welche Rolle er spielte. Nach Erkenntnissen tschechischer Behörden war Roman D. aber offenbar in zwei Morde in Istanbul verwickelt.

fis
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