Berlin Neue US-Botschaft eröffnet

Die neue US-Botschaft im Herzen Berlins ist offiziell eröffnet worden. Der ehemalige US-Präsident George Bush durchschnitt am amerikanischen Unabhängigkeitstag symbolisch das rote Band. Zur Eröffnung waren rund 4500 Gäste geladen - darunter auch Kanzlerin Merkel.


Berlin - Es war eine feierliche Zeremonie, Botschafter William Timken sprach gar von einem historischen Ereignis: Im Beisein von Angela Merkel durchschnitten George Bush senior, Timken und seine Frau Sue das Band zum Eingang des 130 Millionen Dollar teuren Neubaus direkt neben dem Brandenburger Tor. Damit kehrt die diplomatische Vertretung nach 69 Jahren an ihren alten Platz zurück.

Merkel hob den Stellenwert der deutsch-amerikanischen Beziehungen hervor. "2008 ist ein besonderes Jahr für die deutsch-amerikanische Freundschaft", erklärte sie am Freitag, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag.

Feierliche Eröffnung: George Bush sen., Botschafter-Gattin Sue Timken und ihr Mann William
REUTERS

Feierliche Eröffnung: George Bush sen., Botschafter-Gattin Sue Timken und ihr Mann William

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, die neue Botschaft lenke den Blick auf die lebendige Beziehung beider Länder. "So wie das neue Gebäude am Pariser Platz schon bald aus dem Berliner Stadtbild nicht mehr wegzudenken sein wird, so selbstverständlich ist es, dass wir, Deutsche und Amerikaner, unsere Verantwortung für die großen Zukunftsaufgaben beim Klimawandel, beim Kampf gegen Hunger und Armut oder bei unserem Bemühen um Abrüstung nur gemeinsam gerecht werden können", fügte er hinzu.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nannte den Einfluss der Vereinigten Staaten auf die Entwicklung von Demokratie und den Lebensstil in der Hauptstadt entscheidend. "Amerika hat einen entscheidenden Anteil an dieser Erfolgsgeschichte", schrieb Wowereit in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung".

1931 hatten die USA das alte Palais Blücher im Zentrum Berlins gekauft, das ihre neue Auslandsvertretung in Deutschland werden sollte. Noch vor dem Umzug in den dreißiger Jahren brannte das Haus am Brandenburger Tor jedoch völlig aus. 1939 konnte die Adresse kurzzeitig als Botschaft genutzt werden, bevor das Gebäude im Krieg zerstört wurde. Erst nach der Wiedervereinigung konnte das im Mauerstreifen gelegene Areal wieder bebaut werden.

Zu der Eröffnungszeremonie waren 4500 Gäste geladen, darunter auch Veteranen der Berliner Luftbrücke vor 60 Jahren. Nach mehreren Reden und einem Kulturprogramm soll ein Feuerwerk über dem Brandenburger Tor den Abschluss der Feierlichkeiten zum 4. Juli, dem Nationalfeiertag der USA bilden.

ler/ddp/AP



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