Berlin Polizei nimmt Mann wegen Terrorverdachts fest

Weil er im Verdacht steht, einen Anschlag in Deutschland vorbereitet zu haben, haben Spezialeinheiten einen 26-Jährigen in Berlin festgenommen. Er soll sich über den Bau einer Bombe im Internet informiert haben.


Eine Spezialeinheit der Polizei hat in Berlin einen Mann unter Terrorverdacht gefasst. Der 26-jährige Syrer soll sich in einer Messenger-Gruppe, die der Terrormiliz "Islamischer Staat" nahesteht, über den Bau von Bomben informiert und ausgetauscht haben. Ihm wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.

"Zweck des Chatverkehrs soll die Vorbereitung von Terroranschlägen gewesen sein", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Beamte des Bundeskriminalamtes nahmen den Mann unter Beteiligung von Spezialkräften der Bundespolizei am Dienstagmorgen fest. Sein Alter war zunächst mit 37 Jahren angegeben worden und wurde später von der Staatsanwaltschaft auf 26 korrigiert.

Zudem wurde im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens des Generalbundesanwalts wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ein Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung vollstreckt.

Der Festgenommene war an einer Grundschule in der Hauptstadt als Reinigungskraft beschäftigt. Zuvor habe er bis September im Berliner Bode-Museum gearbeitet, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD). Über ein mögliches Anschlagsziel des Verdächtigen lägen keine Erkenntnisse vor. "Wir gehen davon aus, dass es eine beträchtliche Gefahr gab", so Geisel. In ausgewerteten Chatprotokollen sei es darum gegangen, möglichst viele Menschen zu töten.

Geisel zufolge hatten die Ermittler den Mann seit Anfang des Jahres im Visier. Seit drei Monaten sei er von Kräften des Landes- und des Bundeskriminalamtes rund um die Uhr observiert worden. Auf seine Spur seien die deutschen Sicherheitsbehörden nach einem Hinweis eines "befreundeten ausländischen Nachrichtendienstes" gekommen. Dieser habe Internet-Chats des Verdächtigen beobachtet. Zur Frage, ob der Verdächtige Komplizen in Deutschland hatte, machte der Senator aus "ermittlungstaktischen Gründen" keine Angaben.

Selbstgebaute Bombe sollte "möglichst große Anzahl an Menschen" töten

Der Beschuldigte steht im Verdacht, seit Januar 2019 den Bau einer Sprengvorrichtung vorbereitet zu haben. Er soll unter anderem Aceton und Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. Beide Chemikalien werden für die Herstellung des hochexplosiven Triacetontriperoxid benötigt. "Diese sollte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden, um eine möglichst große Anzahl an Menschen zu töten und zu verletzen", teilt die Bundesanwaltschaft mit. Man gehe von einer "radikal-islamistischen" Gesinnung des Mannes aus.

mes/mst/als/dpa/AFP



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