Berlin Regimegegner dringen in syrische Botschaft ein

Die Proteste gegen Syriens Staatschef Assad fanden am Wochenende auch in Deutschland und in der Schweiz Ausdruck. Syrische Demonstranten drangen in die syrische Botschaft in Berlin und die UN-Mission in Genf ein. Anlass war der Mord am Oppositionsführer Meschaal Tammo.

Protest vor Botschaft in Berlin: Demonstranten dringen in Gebäude ein
DPA

Protest vor Botschaft in Berlin: Demonstranten dringen in Gebäude ein


Berlin/Genf - Gegner des Regimes von Syriens Staatschef Baschar al-Assad haben ihrem Protest am Wochenende auch in Europa Ausdruck verliehen. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag sind rund 30 syrische Demonstranten in die syrische Botschaft in Berlin eingedrungen.

Wie die Berliner Polizei mitteilte, hätten die Demonstranten zunächst ein Tor zum Botschaftsgelände im Stadtteil Tiergarten aufgebrochen und danach die Fassade mit Farbbeuteln beworfen. Nach Augenzeugenberichten sprühten sie außerdem den Schriftzug "Free Syria" an die Außenwand der Botschaft.

Wie ein Polizeisprecher sagte, kam es zu einem kleinen Tumult, als die Gegner des Regimes von Präsident al-Assad in die Vertretung eindrangen. Nach Aufforderung des Botschafters habe eine Hundertschaft der Berliner Polizei die Demonstranten aus dem Gebäude geholt und ihre Personalien festgestellt.

Protest gegen den Mord des Oppositionsführers Tammo

Auch in Genf hatten am Sonnabend kurdische Syrer ihrem Protest gegen das Assad-Regime Ausdruck verliehen. Aus Empörung über den Mord am kurdischen Oppositionsführer Meschaal Tammo waren sie in die UN-Mission in Genf eingedrungen.

Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtete, schwenkten sie syrische Flaggen und warfen Dokumente aus dem Fenster des mehrstöckigen Gebäudes. Die fünf Eindringlinge seien später festgenommen worden. Entsprechende Informationen des Westschweizer Fernsehens habe ein Polizeisprecher bestätigt. Zunächst hätten rund 40 kurdische Syrer vor der UN-Mission gegen die Tötung Tammos protestiert. Fünf von ihnen seien dann über ein Baugerüst in die Vertretung eingedrungen.

Meschaal Tammo war führendes Mitglied der kurdischen Zukunftspartei und ein scharfer Kritiker des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. In Syrien waren am Sonnabend anlässlich der Beisetzung des Dissidenten zehntausende Demonstranten auf die Straße gegangen und von Sicherheitskräften der Regierung beschossen worden.

bos/dpa/dapd



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.