Berlin-Wahl Ex-Piratenchef Schlömer zieht für die FDP ins Abgeordnetenhaus

Zweite Chance: Der frühere Piratenchef Bernd Schlömer ist künftig Abgeordneter im Berliner Parlament. Auch ein anderes Ex-Piratenmitglied bekommt ein Mandat.
Bernd Schlömer (2013)

Bernd Schlömer (2013)

Foto: Armin Weigel/ dpa

Bis tief in die Nacht war die Lage unklar, dann hatte der frühere Chef der Piratenpartei Gewissheit: "Ich bin drin", twitterte Bernd Schlömer um 1.38 Uhr. Schlömer führte die Piraten von 2012 bis 2013, später verließ er die Partei. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am Sonntag trat er schließlich für die FDP an, als Spitzenkandidat für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

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Jetzt sitzt mit Schlömer also ein Ex-Spitzenpirat im Landesparlament der Hauptstadt - während die 15-köpfige Piratenfraktion ihre Büros räumen muss. Die Piraten waren in Berlin noch hinter der Tierschutzpartei gelandet, auch bundesweit sind sie in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. (Alle Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahl 2016 finden Sie hier.)

Schlömer wurde über die Bezirksliste gewählt, im Direktwahlkreis bekam er nur 3,2 Prozent der Stimmen. Die Liberalen, die nach fünf Jahren Pause wieder ins Berliner Landesparlament einzogen, bekommen dort künftig insgesamt zwölf Sitze.

2015 war Schlömer der FDP beigetreten, hauptberuflich arbeitet er als Referent im Bundesverteidigungsministerium. Der 45-Jährige hat bei den Piraten eine turbulente Zeit hinter sich. Damals versuchte er, das Chaos der Netzpartei zu ordnen, ihr ein professionelles Gesicht zu geben. Doch dann prägte Dauerstreit an der Spitze, vor allem mit dem damaligen Politischen Geschäftsführer Johannes Ponader - bekannt durch einen Talkshow-Auftritt in Sandalen - die Außenwirkung.

Auch eine andere Ex-Piratin hat künftig einen Platz im Abgeordnetenhaus: Die Antifa-Aktivistin, Schauspielerin und Synchronsprecherin Anne Helm  zog über die Landesliste der Linken ins Parlament ein. Helm war kurzzeitig in überregionaler Berichterstattung aufgetaucht, als sie 2014 in Dresden gegen Neonazis demonstrierte . Damals posierte sie vermummt und mit nacktem Oberkörper, worauf deutlich sichtbar stand: "Thanks Bomber Harris". Gemeint war der britische Luftwaffenbefehlshaber, der Dresden im Krieg bombardieren ließ.

amz/dpa
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