Berlin-Wahl Künast fordert Wowereit heraus

Renate Künast hat sich entschieden. Die Top-Grüne zieht in Berlin in den Bürgermeisterwahlkampf gegen SPD-Platzhirsch Klaus Wowereit. Umfragen bescheinigen ihr gute Chancen.

Grünen-Fraktionschefin Künast: Ihre Partei erreicht in Umfragen Rekordwerte
dapd

Grünen-Fraktionschefin Künast: Ihre Partei erreicht in Umfragen Rekordwerte


Berlin - Die Einladung klingt nüchtern: Zum erweiterten "Mitgliederabend mit Renate Künast" bitten die Berliner Grünen für den 5. November. Nach übereinstimmenden Berichten von RBB, "taz", der "Berliner Morgenpost" und der "Süddeutschen Zeitung" soll an diesem Termin jedoch eine weitreichende Entscheidung bekanntgegeben werden, über die in der Hauptstadt schon lange spekuliert wurde. Renate Künast will gegen Klaus Wowereit (SPD) um das Amt des Regierenden Bürgermeisters antreten - und an dem Mitgliederabend ihre Kandidatur offiziell verkünden.

Der Sprecher der Berliner Grünen, André Stephan, wollte die Kandidatur der 54-Jährigen am Mittwochabend nicht bestätigen. Er wies jedoch darauf hin, dass die Grünen die Journalisten wissen lassen wollten, dass es diese Veranstaltung mit Künast gebe. "Wir machen da einen relativ großen Aufwand, den machen wir nicht umsonst. Ich freue mich auf diesen spannenden Abend", sagte Stephan.

Weder die Grünen im Abgeordnetenhaus noch die Bundestagsfraktion der Grünen wollten sich offiziell zu den Berichten äußern. Zwei Tage nach dem Mitgliederabend folgt ein Landesparteitag der Grünen. Bisher war damit gerechnet worden, dass Künast spätestens dort ihre Spitzenkandidatur bekanntgeben wird. Die Wahlen zum Berliner Parlament finden am 18. September 2011 statt.

Laut jüngsten Meinungsumfragen können sich die Grünen gute Chancen ausrechnen, bei der Wahl 2011 stärkste Kraft zu werden und mit Künast die Regierungschefin zu stellen. Die Partei liegt derzeit mit 30 Prozent klar vor der SPD. In Berlin regiert seit Anfang 2002 eine rot-rote Koalition.

hut/hen/dpa



insgesamt 150 Beiträge
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elbröwer 21.10.2010
1. Multikulti
die Türken und Araber wirds freuen.
Hummp 21.10.2010
2. Mehr politische Bildung braucht das Land!
Grüne sind eine Partei der besserverdienenden Idealisten. Es ist die Partei mit dem höchsten Einkommen pro Kopf (nicht die FDP). Denen ist es egal ob der Strom nun 2Cent/kWh mehr kostet oder nicht. Sinnlose Projekte werden ohne Rücksicht auf Kosten durchgeprügelt. Hauptsache man hat ein gutes Gewissen beim Joghurtbecher spülen und Bäume knutschen. Warum manche Kleinverdiener ebenfalls zu grün tendieren erschließt sich mir da nicht.
oberhesse 21.10.2010
3. Entzauberung
Na prima. Soll sie kandidieren und gewinnen. Das ist der erste Schritt zur Entzauberung der Grünen wenn sie plötzlich echte Realpolitik machen müssen. Künast wird sich dem nicht entziehen können und damit faktisch die gleiche Entwicklung einleiten, wie sie bei der FDP nach dem Wahlsieg im Bund eingesetzt hat - im Sinkflug zurück in die Einstelligkeit. Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich das satte Bildungsbürgertum getäuscht fühlt, wenn plötzlich ihre Steurgelder in Berlin in erster Linie zur Stärkung der sozialen Hängematte für die "Minderheiten" ausgegeben werden sollen - Minderheiten die in Teilen Berlins längst die Mehrheit sind.
br0iler 21.10.2010
4. vom Regen in die Traufe
ob Künast oder Wowereit ist egal. Berlin ist schon runter gewirtschaftet. Es gibt mehr Arbeitslose als sonstwo, die Industrie haut ab. Neukölln und Wedding sind das einzige Ghetto. Über Kultur und Bildung braucht man auch nicht mehr zu diskutieren. Da sind andere Städte weitaus besser. Berlin ist arm, aber nicht mehr sexy - Danke Herr Wowereit mit ihrer Rot-Roten Regierung. Ich wüsste nicht, was die Künast jetzt besser machen würde.
shokaku 21.10.2010
5. Hier könnte ein Titel stehen
Da braucht Berlin ja ein neues Motto: Arm und unsexy, aber selbstgerecht.
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