Berlin-Wahl Wowereits SPD baut Vorsprung aus

Bürgermeister Klaus Wowereit kann der Abgeordnetenhauswahl in Berlin anscheinend gelassen entgegensehen. Bei einer Umfrage rund fünf Wochen vor der Abstimmung baute seine SPD ihren Vorsprung weiter aus. Die CDU liegt demnach gleichauf mit den Grünen.

Klaus Wowereit: Der Bürgermeister trumpft auf
REUTERS

Klaus Wowereit: Der Bürgermeister trumpft auf


Berlin - Die SPD liegt in der Gunst der Berliner Wähler weiter deutlich in Führung. Die Sozialdemokraten lagen in einer am Mittwochabend veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap bei 31 Prozent. Die Partei von Bürgermeister Klaus Wowereit verbesserte sich damit im Vergleich zum Vormonat um zwei Prozentpunkte. Einen solchen Wert erreichte die SPD zuletzt im Winter 2007.

Die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin Renate Künast verloren dagegen in der Umfrage für die RBB-"Abendschau" und die "Berliner Morgenpost" zum vierten Mal in Folge. Vor allem in den westlichen Bezirken der Stadt sank demnach ihre Popularität. Die Partei kam auf 22 Prozent und lag damit gleichauf mit der Landes-CDU, die einen Punkt im Vergleich zum Juli einbüßte.

Die Linke, die derzeit mit der SPD in der Bundeshauptstadt regiert, verlor zwei Punkte und kam in der so genannten Sonntagsfrage auf zwölf Prozent. Zuletzt hatte die Partei vor vier Jahren derart niedrige Zustimmungswerte erhalten. Ihre Werte sanken vor allem in den östlichen Bezirken.

SPD und Grüne hätten nunmehr zusammen eine deutliche Mehrheit von 53 Prozent. Dagegen wäre eine Neuauflage des rot-roten Bündnisses derzeit nicht möglich, beide Parteien kämen zusammen auf 43 Prozent. In Berlin wird am 18. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Zittern muss die FDP: Zwar konnten die Liberalen mit ihrem Spitzenkandidaten Christoph Meyer einen Punkt zulegen. Mit derzeit vier Prozent würde die Partei aber nach wie vor an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Dafür tauchte überraschend eine neue Partei als Konkurrent um den fünften Platz im Parteienspektrum auf: Die Piratenpartei kam erstmals auf drei Prozent.

Wowereit lag auch im direkten Vergleich mit seinen Rivalen weiter klar vorn: Könnten die Berliner ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 59 Prozent für ihn entscheiden, aber nur 23 Prozent für Künast. Ähnlich groß ist der Vorsprung Wowereits auf den CDU-Spitzenkandidaten Frank Henkel: 59 Prozent würden Wowereit direkt wählen, nur 21 Prozent Henkel.

als/AFP



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anderton 11.08.2011
1. ...
Das fehlende Geld kommt ja - von anderen Bundesländern - trotzdem. Die normale Berliner glaubt es sei alles in Ordnung und wählt die Partei und die Politiker, die in den letzten Jahren überhaupt gar nichts erreicht hat. Nur wenn diese Alimentierung endlich mal aufhört und Berlin feststellt, dass es mehr als nur Pleite ist wird sich in den Köpfen der Menschen - und eventuell im Wahlverhalten - etwas ändern. Wer wählt (und bestätigt damit) die Schulden und die jetzigen Zustände? Die Bevölkerung!
mustermannfrau, 11.08.2011
2. Ach so!
Zitat von andertonDas fehlende Geld kommt ja - von anderen Bundesländern - trotzdem. Die normale Berliner glaubt es sei alles in Ordnung und wählt die Partei und die Politiker, die in den letzten Jahren überhaupt gar nichts erreicht hat. Nur wenn diese Alimentierung endlich mal aufhört und Berlin feststellt, dass es mehr als nur Pleite ist wird sich in den Köpfen der Menschen - und eventuell im Wahlverhalten - etwas ändern. Wer wählt (und bestätigt damit) die Schulden und die jetzigen Zustände? Die Bevölkerung!
Genau! Und da ja alle der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ihren Anteil an der Misere haben, muss jetzt die Wahl ausfallen? Oder soll noch schnell der CDU-Kandidat gegen "Moppel" Mappus ausgetauscht werden, denn schließlich war es doch die BaWü-CDU, die jahrelang das ganze 'schland, Berlin insbesondere, saniert hat? Oder watt jetzt?
redwed09 11.08.2011
3. Das ist auch gut so
Zitat von andertonDas fehlende Geld kommt ja - von anderen Bundesländern - trotzdem. Die normale Berliner glaubt es sei alles in Ordnung und wählt die Partei und die Politiker, die in den letzten Jahren überhaupt gar nichts erreicht hat. Nur wenn diese Alimentierung endlich mal aufhört und Berlin feststellt, dass es mehr als nur Pleite ist wird sich in den Köpfen der Menschen - und eventuell im Wahlverhalten - etwas ändern. Wer wählt (und bestätigt damit) die Schulden und die jetzigen Zustände? Die Bevölkerung!
Dieser Senat hat viel erreicht. Es gibt in der Stadt weniger Arbeitslose, die Spaltung wurde weiter überwunden, Schulden wurden, bis zum Ausbruch der Finanzkrise, teilweise abgebaut, im nächsten Jahr wird ein neuer Großflughafen, der zusammen mir Brandenburg gebaut wurde, in Betrieb genommen. Man merkt es an vielen Beispielen, es geht aufwärts mit der Stadt. Warum sollen die Bewohner eine gute Landesregierung abwählen und wieder der CDU, die unter Diepgen und Landowski zum großen Teil die hohe Verschuldung mitverursacht hat, wieder regieren lassen. Wie diese Partei regieren kann, zeigt sie im Moment im Bund. Deshalb wird die Mehrheit der Berliner wieder einem Regierenden Bürgermeister Wowereit die erforderliche Stimmen zur Regierungsbildung geben und das ist auch gut so. Übrigens sollten Sie sich mal in der Stadt umsehen, bevor Sie solche Beurteilungen absondern.
dandy 11.08.2011
4. Ich hoffe doch sehr
Zitat von sysopBürgermeister Klaus Wowereit kann der Abgeordnetenhauswahl in Berlin anscheinend gelassen entgegensehen. Bei einer Umfrage rund fünf Wochen vor der Abstimmung baute seine SPD ihren Vorsprung weiter aus. Die CDU liegt demnach gleichauf mit den Grünen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,779663,00.html
Ich hoffe doch sehr, dass Herr Wowereit gewinnt und anschliessend gegen die Bundeskanzlerin (mit doch sehr fragwürdiger DDR Vergangenheit) antritt. Besser Reden als die untätige Kanzlerin (das muss man nun mal als Bundeskanzlerin) kann er allemal.
Hardliner 1, 11.08.2011
5. Der König
Zitat von sysopBürgermeister Klaus Wowereit kann der Abgeordnetenhauswahl in Berlin anscheinend gelassen entgegensehen. Bei einer Umfrage rund fünf Wochen vor der Abstimmung baute seine SPD ihren Vorsprung weiter aus. Die CDU liegt demnach gleichauf mit den Grünen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,779663,00.html
Unter den Blinden ist der Einäugige bekanntlich König. Wowereit muss jetzt hoffen, dass der Funke von London und Birmingham nicht in seine arm-aber-sexy-Stadt überspringt.
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