Berliner Spenden-Affäre Landowsky will offenbar nicht zurücktreten

Der CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Klaus Landowsky, gerät wegen der Wahlkampfspenden für die Berliner CDU zunehmend unter Druck. Trotz der Vorwürfe sieht er offenbar keinen Grund zurückzutreten.


Sieht die Leistungsträger der Partei auf seiner Seite: Klaus Landowsky
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Sieht die Leistungsträger der Partei auf seiner Seite: Klaus Landowsky

Berlin - Mit einer Krisensitzung will die Berliner CDU die Affäre um falsch verbuchte Wahlkampfspenden an ihren Fraktionsvorsitzenden Klaus Landowsky aufklären. An diesem Montag wollen Vorstand, Fraktionsführung und Kreisvorsitzende gemeinsam beraten.

Unter anderem geht es um den Verdacht, es gebe einen Zusammenhang zwischen Kreditvergaben der zur Bankgesellschaft Berlin gehörenden Berlin Hyp, deren Vorstandssprecher Landowsky ist, und Spenden an die Partei. Zur detaillierten Prüfung hatte der Landesvorsitzende, der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen, einen Rechtsanwalt und Notar beauftragt. Erste Ergebnisse werden bereits am Montag erwartet.

Gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel" gab sich Landowsky am Sonntag zuversichtlich, dass die Partei zu ihm steht. Sein Eindruck sei, dass "die entscheidenden Leistungsträger in der CDU hinter mir stehen".

Landowski hatte zugegeben, 1995 zwei Parteispenden von je 20.000 Mark von den Geschäftsführern der Immobiliengesellschaft, Aubis Klaus Wienhold und Christian Neuling, erhalten zu haben, mit der seine Bank etwa zur gleichen Zeit große Kreditgeschäfte machte. Die Spenden hätten jedoch in keinem Zusammenhang mit seiner Berufstätigkeit gestanden.

Das Magazin "Der Spiegel" zitierte allerdings zwei Vermerke Wienholds. In einem sei die schleppende Kreditbearbeitung der BerlinHyp moniert worden. In dem anderen sei die "zugesagte CDU-Spende für K.L." angeführt worden, die "unbedingt noch in diesem Jahr" gezahlt werden solle.

Landowsky versicherte dem "Tagesspiegel": "Es gibt nichts Vorwerfbares gegen mich." Zum Umgang mit den Spenden sagte er: "Über 20 Jahre wurde diese Praxis toleriert, und auf einmal schlägt die Stimmung um." Gelassen äußerte er sich zu den vom "Spiegel" angeführten Vermerken Wienholds. Für dessen Vermerk "kann ich doch nichts", sagte der CDU-Politiker der Zeitung. Landowsky will die 40.000 Mark an den CDU-Kreisverband Zehlendorf, Fraktionssprecher Markus Kauffmann und den Landesverband gegen Quittung weitergegeben haben. "Damit war die Sache für mich erledigt", sagte er. Im Nachhinein müsse er allerdings sagen: "Wäre ich nur vorsichtiger gewesen", erklärte Landowsky.



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