Berliner Wahlkampf Eier auf Stoiber und Merkel

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und CDU-Chefin Angela Merkel erlebten auf einer Wahlkampfveranstaltung im Osten Berlins eine böse Überraschung: Sie sind mit Eiern und Plastikflaschen beworfen worden.





CSU-Landesgruppenchef Michael Glos, Stoiber und Steffel unter Beschuss. Klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.

Berlin - Erste Kundgebungen der Union zum Wahlkampf-Auftakt im Westen Berlins waren ohne Störungen verlaufen. Merkels Rede auf dem Alexanderplatz wurde dann aber von Pfiffen und Buhrufen begleitet.

Anschließend trafen aus der Menge heraus einige Eierwerfer CSU-Chef Edmund Stoiber. Der bayerische Regierungschef setze seine Rede notgedrungen unter einem Sonnenschirm fort. Während der folgenden Ansprache von Unionsfraktionschef Friedrich Merz warfen mehrere Personen Obst nach dem Redner. Merz hatte die Störer zuvor als Gesindel bezeichnet, das lernen müsse, vernünftig zu arbeiten. Nach den Würfen fiel die Mikrofonanlage aus. Merz musste seine Rede abbrechen. Als schließlich eine mit Wasser gefüllte Plastikflasche in Richtung des CDU-Spitzendkandidaten Frank Steffel flog, erklärten die CDU-Organisatoren ihren Wahlkampfauftakt für beendet. Stoiber und Steffel flüchteten Hals über Kopf in einen bereitstehenden VW-Bus. Dessen Fahrer beschleunigte rücksichtlos und fuhr ein Kameramann an.

Merkel und Merz hingegen gingen im Schutz von Sicherheitskräften noch einmal um den Platz und stiegen erst dann in ihre Fahrzeuge. Merkel bedauerte, dass das Polizeiaufgebot so gering gewesen sei, zeigte sich aber gefasst. Sie kommentierte die Ereignisse mit den Worten: "So ist das Leben." Und der CDU-Verteidigungsexperte Paul Breuer kommentierte: "Eier sind keine Argumente."



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