Klimaschutz Linken-Chef fordert Verstaatlichung von Fluggesellschaften

Umweltpolitik gehört nicht zu den Kernthemen der Linken. Jetzt setzt Parteichef Riexinger laut einem Medienbericht auf drastische Maßnahmen gegen die Klimakrise: "Fluggesellschaften gehören in staatliche Hand."

Linken-Chef Bernd Riexinger wirft dem Verkehrsministerium Versagen vor
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Linken-Chef Bernd Riexinger wirft dem Verkehrsministerium Versagen vor


Im Kampf gegen die Klimakrise und die Erderhitzung fordert Linken-Chef Bernd Riexinger die Verstaatlichung aller Fluggesellschaften. "Was so dramatische gesellschaftliche Folgen haben kann, darf nicht marktwirtschaftlich und unreguliert bleiben. Fluggesellschaften gehören in staatliche Hand - genauso wie die Energieversorgung oder die Bahn", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Dass klimaschädliche Flugreisen unverantwortlich billig geworden seien, hänge auch damit zusammen, dass man den Flugverkehr privatisiert habe. "Fliegen war ja mal besser reguliert und überwiegend in öffentlicher Hand. Man hat einen wilden Konkurrenzkampf auf dem Flugmarkt zugelassen - zum Nachteil der Beschäftigten und zu Lasten des Klimas."

Hundert Konzerne seien für 71 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen weltweit verantwortlich, sagte Riexinger. Der Markt regele das nicht, weshalb eine Klimapolitik vonnöten sei, die den Konzernen klare Vorgaben mache. "Nehmen wir die Autokonzerne, die Staat und Gesellschaft betrogen haben, um ihre Produkte weiter mit hohem Profit verkaufen zu können. Das ist auch nicht im Sinne der Arbeitsplätze. Unser Verkehrsministerium hat da total versagt."

Weiter sagte Riexinger, die Linke fordere eine Ausweitung der Flüchtlingsrechte auf Klimaflüchtlinge, so wie es auch die deutsche Seenot-Kapitänin Carola Rackete vertrete. "Wichtig an dem Vorschlag der Kapitänin ist für mich aber auch, dass wir endlich mal begreifen, wie gravierend der Klimawandel die Welt bereits zerstört hat. Damit geht natürlich auch Flucht einher."

hpi/dpa/AFP



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