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05. Dezember 2015, 11:26 Uhr

Studie

Bertelsmann Stiftung plädiert für Wählen ab 16

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Eine dem SPIEGEL vorliegende Studie kommt zu dem Schluss, dass früheres Wählen die Wahlbeteiligung steigern könnte. Wer früher wählt, bleibt demnach engagierter. Für eine gute Idee halten das aber nur die Jugendlichen selbst.

Wenn die Deutschen schon in jüngeren Jahren wählen dürften, würden sie zukünftig regelmäßiger ihre Stimme abgeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die dem SPIEGEL exklusiv vorliegt. Mit einem Wahlrecht ab 16 ließe sich die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen demnach auf bis zu 80 Prozent erhöhen, berechneten die Forscher. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Weil junge Menschen noch stärker in schulischen und familiären Strukturen verankert und so leichter politisch zu sozialisieren seien, würden sie mit größerer Wahrscheinlichkeit zur Wahl gehen - und dem Gang zur Wahlurne auch in Zukunft treu bleiben. In den vergangenen Jahren ist die Wahlbeteiligung vielerorts gesunken, selbst bei der Bundestagswahl 2013 betrug sie nur 71,5 Prozent.

Die Forscher von der Bertelsmann Stiftung halten eine Reform des Wahlrechts deshalb für notwendig: "Die seit Jahren sinkende Wahlbeteiligung auf allen staatlichen Ebenen schadet der Demokratie", so Vorstandsmitglied Jörg Dräger. Die Wahlergebnisse seien sozial nicht mehr repräsentativ, der demografische Wandel tue sein Übriges hinzu.

Die Deutschen halten allerdings nicht viel von der Idee eines Wahlrechts für 16-Jährige: In einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zu der Studie sprachen sich fast 80 Prozent der Befragten dagegen aus. Nur knapp 12 Prozent denken, dass man auf diesem Weg das politische Interesse der Jungwähler steigern könnte. Viele junge Leute wünschen sich aber sehr wohl mehr Mitsprache: Fast 52 Prozent der 16- und 17-Jährigen wollen wählen dürfen.

Eine öffentliche Debatte, um mehr Unterstützung für die Forderung zu bekommen, ist demnach notwendig. Die Forscher warnen außerdem, dass es nicht reiche, nur das Wahlalter zu senken: das Thema müsse aktiv begleitet werden.

Da "die eigene Wahlteilnahme keine rein individuelle Entscheidung", sondern eine soziale Handlung sei, solle vor allem über die Schulen eine aktive Debatte geführt werden. Beispiele aus Österreich und drei deutschen Bundesländern würden zeigen, dass dies das politische Interesse fördern würde und frühzeitiger Wahlgewohnheit stabilisiere.

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