Besuch im Elysée-Palast Merkel nennt deutsch-französische Beziehungen "fundamental"

Kanzlerkandidatin auf Auslandsreise: Angela Merkel hat bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Chirac in Paris die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen unterstrichen – sie seien "fundamental", sagte die CDU-Politikerin.


Merkel und Chirac: "Freundschaftliches Gespräch"
AFP

Merkel und Chirac: "Freundschaftliches Gespräch"

Paris - Merkel machte aber deutlich, dass man für andere Staaten und Initiativen offen sein müsse. "Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich werden unabhängig vom Wahlergebnis (der Bundestagswahl) fundamental sein", sagte Merkel im Elysée-Palast. "Wir wollen ein politisches Europa, vor allem aber eines, das die Probleme der Menschen löst." Sie verwies dabei auf die Arbeitslosigkeit und Innovationen.

Merkels Treffen mit Chirac war mit eineinhalb Stunden länger als geplant. Es war "ein langes und freundschaftliches Gespräch, dass für mich wichtig war", sagte Merkel. Nach einem Gespräch mit Premierminister Dominique de Villepin wollte die CDU-Vorsitzende am Nachmittag zudem mit dem Vorsitzenden der Regierungspartei UMP, Innenminister Nicolas Sarkozy, zusammentreffen. Villepin und Sarkozy gelten beide als Bewerber für die Präsidentenwahl 2007 - Beobachter werteten Merkels Besuch deshalb auch als Hinweis auf eine künftige Neuausrichtung der Politik in Europa. In der Außenpolitik will Merkel wieder engere Beziehungen zu den USA anstreben, die wegen Kanzler Schröders ablehnender Haltung zum Irak-Krieg einer schweren Belastung ausgesetzt waren.

Gestern hatte der CDU-Außenpolitiker Friedbert Pflüger in der französischen Tageszeitung "Le Figaro" das Ende der Achse Paris-Berlin-Moskau im Falle eines Wahlsieges der Union bei der Bundestagswahl angekündigt. Die deutsche Außenpolitik dürfe nicht gegen Amerika gerichtet sein, begründete Pflüger den Entschluss. Deutsch-französisch-russische Treffen während des Irak-Krieges seien jedoch gegen Amerika gerichtet gewesen. "Die EU muss ein selbstsicherer und starker Partner der USA sein, nicht jedoch ein Gegengewicht", sagte Pflüger.

Vor seinem Gespräch mit Merkel hatte Chirac mit Kanzler Schröder telefonisch über die geplante Erweiterung des Uno-Sicherheitsrates gesprochen. Dabei ging es dem Elysée-Palast zufolge um die Diskussion in der Vollversammlung über das Projekt der Vierergruppe Deutschland, Japan, Brasilien und Indien.



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