Bezüge für Ex-Minister Guttenberg spendet an Familien toter Soldaten

Auch nach seinem Rücktritt ist Karl-Theodor zu Guttenberg auf große Gesten bedacht. Laut "Bild" will der Ex-Minister seine noch ausstehenden Bezüge an Hinterbliebene getöteter Bundeswehrsoldaten spenden. In seiner Heimat Oberfranken möchte er weiterhin Präsenz zeigen.
Guttenberg bei seiner Verabschiedung: Verzichtet auf 30.932 Euro

Guttenberg bei seiner Verabschiedung: Verzichtet auf 30.932 Euro

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Karl-Theodor zu Guttenberg

Berlin - Als Minister hat stets betont, wie sehr er sich für die Soldaten der Bundeswehr ins Zeug legt. Auch nach seinem Abschied demonstriert der CSU-Politiker Verbundenheit mit der Truppe. Er spendet seine noch ausstehenden Bezüge als Minister und Abgeordneter den Familien gefallener Bundeswehrsoldaten, berichtet die "Bild"-Zeitung. Das Bundeswehrsozialwerk solle insgesamt 30.932 Euro erhalten.

Das Geld werde mit der speziellen Verwendung für Hinterbliebene der Soldaten verbunden. Die Summe ergebe sich aus Berechnungen des Steuerzahlerbundes und setze sich zusammen aus Guttenbergs Ministergehalt für März, aus der ihm noch zustehenden letzten Diät als Bundestagsabgeordneter sowie aus dem Übergangsgeld, das er als Ex-Minister und ehemaliger Abgeordneter erhält, berichtete die Zeitung.

Guttenberg hat wegen offensichtlicher Plagiate in seiner Dissertation seinen Doktortitel verloren und trat dann Tage später zurück. Nach seinem Verzicht auf alle politischen Ämter muss Guttenberg sich auf ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hof einstellen. Mehr als 80 Anzeigen sind gegen den Ex-Minister eingegangen - überwiegend wegen Verstößen gegen das Urheberrecht, aber auch wegen Betruges.

Ein "ungewöhnliches" Bürgerbüro

Nach seinem Rücktritt will sich Guttenberg auch gegenüber seiner Heimatregion treu zeigen. Er werde auch nach seinem Rückzug aus dem Berliner Politbetrieb auf eigene Kosten ein Bürgerbüro in Oberfranken behalten, teilte er auf der Internetseite des dortigen CSU-Bezirks mit. Dieses Büro werde "über exzellente Kontakte nach Berlin, München, Brüssel, aber auch zur Regierung von Oberfranken verfügen", erklärte Guttenberg.

Er nannte die Idee seines Bürgerbüros "einen anderen, vielleicht ungewöhnlichen Weg, um meiner Verantwortung für meine Heimat weiter gerecht zu werden". Er habe stets Wert darauf gelegt, seine Aufgaben "mit dem denkbar höchsten Einsatz wahrzunehmen", sagte Guttenberg. Diesen Anspruch stelle er "grundsätzlich an jedes Regierungsmitglied, aber auch an jeden Mandatsträger".

Weiter heißt es: "Wer allerdings aus bekannten Gründen mit seinem Engagement haushalten muss, kann diesem Anspruch nicht ausreichend gerecht werden und hat demzufolge auch die Verpflichtung, ein Mandat nicht lediglich als Karrieresteigbügel auf Steuerzahlerkosten zu behalten."

mmq/dapd/dpa