Biedenkopf Bei IKEA Dauerrabatt

Sachsens zurückgetretener Ministerpräsident Biedenkopf war Stammkunde bei IKEA und erhielt dort mehr als einmal Rabatt. Das hat Biedenkopf aber erst jetzt zugegeben - drei Tage nach seinem Abtritt von der Politbühne in Dresden.


Geht nun als Rabattkönig in Sachsens Geschichte ein: Kurt Biedenkopf (CDU)
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Geht nun als Rabattkönig in Sachsens Geschichte ein: Kurt Biedenkopf (CDU)

Dresden - Der Zeitung "Welt am Sonntag" sagte Biedenkopf: "Und jetzt kann ich es ja sagen: Wir haben bei Ikea nicht nur einmal, sondern mehrmals Rabatt bekommen. Und nicht nur 10 Prozent, sondern auch 15. Und ich stehe dazu."

Im Dezember vorigen Jahres hatte Biedenkopf erklärt, im Zusammenhang mit seinem viel beachteten Rabatt-Kauf einen Fehler gemacht zu haben. Dafür entschuldigte er sich vor der CDU-Fraktion im Dresdner Landtag. Davor war bekannt geworden, dass Biedenkopf einen bei Ikea eigentlich unüblichen Rabatt von 15 Prozent erhalten hatte. Angeblich sollte die Rabatt-Summe von 132 Mark karitativen Zwecken zu Gute kommen.

Der 71-jährige Regierungschef war im Jahr vor seinem Rücktritt mehrfach in die Negativ-Schlagzeilen geraten. So war ihm und seiner Frau im Zuge der so genannten Mietaffäre unter anderem persönliche Vorteilnahme vorgeworfen worden. Biedenkopf hatte dies vehement zurückgewiesen. Letztlich musste er rund 122.000 Mark (62 400 Euro) wegen der privaten Beschäftigung von Personal, privater Dienstwagennutzung und für Miete an das Land nachzahlen.

Im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" stritt Biedenkopf jedoch ab, dass die Affären um seiner Person etwas mit seinem vorzeitigen Rücktritt zu tun gehabt hätten. "Die so genannten Affären haben den Zeitpunkt kaum beeinflusst", sagte er laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur

"Das Getümmel war ohnehin im Januar weitgehend vorbei. Das Thema Gästehaus und die absurde Rabatt- Diskussion hatten sich erschöpft."



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