Bildungspolitik CDU-Vorstand beschließt Aus für die Hauptschule

Die CDU verabschiedet sich vom dreigliedrigen Schulsystem. Haupt- und Realschulen sollen künftig zusammengelegt werden, Gymnasien wird es weiter geben. Bis 2020 soll der Umbau abschlossen sein. Zustimmung kommt von den Grünen.

Schülerin an der Tafel: Neues Konzept einstimmig beschlossen
DPA

Schülerin an der Tafel: Neues Konzept einstimmig beschlossen


Berlin - Die CDU hat die Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem in Deutschland beschlossen. Ein entsprechendes Schulkonzept ohne Hauptschulen segnete der Parteivorstand ab. Erhalten bleiben soll das Gymnasium, Haupt- und Realschule werden dagegen in einer neuen Oberschule vereint.

Der Vorstand billigte den Konzeptentwurf am Montag in Berlin bei einigen Enthaltungen nach dpa-Informationen von Teilnehmern einstimmig. Das Papier war von Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Sachsens Kultusminister Roland Wöller erarbeitet worden.

"Wir wollen das differenzierte, auf Leistung und Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit setzende Bildungssystem demografiefest und zukunftssicher machen", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Die endgültige Entscheidung fällt ein Bundesparteitag Mitte November in Leipzig. CDU-intern sind die neuen schulpolitischen Vorstellungen umstritten, weil ein Teil der Mitglieder die Aufgabe der Hauptschule für einen Fehler hält. Hier könnten Schüler individuell gefördert werden, heißt es. Anderen Schulpolitikern in der Union wiederum geht der Vorstandsbeschluss nicht weit genug. Sie plädieren unter anderem für Gesamtschulen, die ein längeres gemeinsames Lernen der Jugendlichen ermöglichten.

"Keine funktionierende Hauptschule auflösen"

Trotz des neue Schulkonzepts ist laut Ministerin Schavan keine abrupte Abschaffung von Hauptschulen vorgesehen. "Es muss niemand eine funktionierende Hauptschule auflösen, aber er muss sie weiterentwickeln", sagte Schavan.

Es gehe um einen Prozess, der bis 2020 angelegt sein solle, auch um angesichts sinkender Schülerzahlen Schulstandorte zu erhalten. Wöller (CDU) betonte, das Gymnasium bleibe mit seiner Leistungsorientierung ein Kernstück des Systems.

Die Grünen haben das neue Schulkonzept der CDU als "Schritt in die richtige Richtung" begrüßt. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte: "Die Union ist in der gesellschaftlichen Wirklichkeit angekommen." Es reiche allerdings nicht aus, den Schulen in Zukunft nur "neue Plaketten anzukleben".

Wichtig sei, dass auch die neue Oberschule in 13 Jahren zum Abitur führen müsse. Der "alles entscheidende Punkt" einer echten Schulreform werde von der CDU nicht angegangen. Es gebe keine Bestrebung, die frühe Trennung der Schüler nach der vierten Klasse aufzuheben. Auch eine bessere Förderung des frühkindlichen Lernens sei im CDU-Konzept nicht vorgesehen.

jok/dpa



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Seite 1
seikor 27.06.2011
1. ich verstehe es nicht mehr...
"Wichtig sei, dass auch die neue Oberschule in 13 Jahren zum Abitur führen müsse." Das ist faktisch die Wiedereinführung des G9. Hernach kann man das Gymnasium schließen und wir haben eine Gesamtschule, die ja viele schon immer wollten. Und begeben uns auf ein Bildungsniveau von - sagen wir mal - USA hinab. Welchen Stellenwert hat das Gymnasium noch, wenn man auch auf einer Oberschule das Abitur machen kann? Oder ist das Fachabitur der Fachoberschule gemeint? Das hätte dann aber transparenter geschrieben werden müssen. Das hat ja seine Berechtigung.
Quatschtuete 27.06.2011
2. .........
Zitat von sysopDie CDU verabschiedet sich*vom dreigliedrigen*Schulsystem. Haupt- und Realschulen sollen künftig*zusammengelegt werden, Gymnasien wird es weiter geben. Bis 2020 soll der Umbau abschlossen sein. Zustimmung kommt von den Grünen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,770839,00.html
Durch die Zusammenlegung lässt sich sicher auch einiges an Recourssen einsparen. Dann wäre es egal welchen Namen das Kind hat. Die AG verlassen sich eh schon lange nicht mehr auf die Zensuren.
leser_81 27.06.2011
3. Träumer !
"ein längeres gemeinsames Lernen der Jugendlichen ermöglichten." Was für Träumer ! 30 Schüler in einer Klasse und wenn hier nur einige lernschwache, hyperaktive Schüler aus assozialen bildungsfernen Schichten drunter sind, können diese den ganzen Unterricht kaputt machen und die übrigen Schüler, die lernen wollen und auch das Potential haben, haben das nachsehen. Ich was bei meiner Schulzeit heilfroh, das ich (nach dem 07 Schuljahr) überall in den Erweiterungskursen gesessen habe und wir mit den willigen Schülern geregelten Unterricht machen konnten. Die anderen sind alle in den Grundkursen geblieben und haben dort weiter ihren Scheiß gemacht. Die sind halt auf der Strecke geblieben. Wenn man dumm, faul, assozial und unwillig ist, sollte man eben unter sich bleiben und die Schüler die fleißig und willig sind dem Schulstoff zu folgen nicht behindern. Das gute Schüler die schlechten (die meist sowieso nicht wollen) motivieren bessere Noten zu schreiben ist doch nur dummes gequatsche von Gutmenschen und Weltverbesserern.
Acerb 27.06.2011
4. Doppelschlag
Zitat von sysopDie CDU verabschiedet sich*vom dreigliedrigen*Schulsystem. Haupt- und Realschulen sollen künftig*zusammengelegt werden, Gymnasien wird es weiter geben. Bis 2020 soll der Umbau abschlossen sein. Zustimmung kommt von den Grünen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,770839,00.html
Da man nicht davon ausgehen kann, dass sofort alle ehemaligen Hauptschüler fleißiger, interessierter und/oder geistig mobiler werden, gilt jetzt wohl: "Gymnasium or bust!" Schade um die Realschule, aber es ist halt kein Geld für so inner-deutsche Probleme da.
astrid1814 27.06.2011
5. Lesen gefährdet die Dummheit
Zitat von leser_81"ein längeres gemeinsames Lernen der Jugendlichen ermöglichten." Was für Träumer ! 30 Schüler in einer Klasse und wenn hier nur einige lernschwache, hyperaktive Schüler aus assozialen bildungsfernen Schichten drunter sind, können diese den ganzen Unterricht kaputt machen und die übrigen Schüler, die lernen wollen und auch das Potential haben, haben das nachsehen. Ich was bei meiner Schulzeit heilfroh, das ich (nach dem 07 Schuljahr) überall in den Erweiterungskursen gesessen habe und wir mit den willigen Schülern geregelten Unterricht machen konnten. Die anderen sind alle in den Grundkursen geblieben und haben dort weiter ihren Scheiß gemacht. Die sind halt auf der Strecke geblieben. Wenn man dumm, faul, assozial und unwillig ist, sollte man eben unter sich bleiben und die Schüler die fleißig und willig sind dem Schulstoff zu folgen nicht behindern. Das gute Schüler die schlechten (die meist sowieso nicht wollen) motivieren bessere Noten zu schreiben ist doch nur dummes gequatsche von Gutmenschen und Weltverbesserern.
Also, wenn ich Sie jetzt richtig verstehe. Sie sind kein fauler, assozialer und unwilliger Träumer. Ach ja, und auf keinen Fall ein "Gutmensch". Bleibt eigentlich nur ein Adjektiv für Sie übrig.
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