Bischof Dyba Beisetzung am Freitag

Fuldas verstorbener Bischof Johannes Dyba wird am Freitag in der Johannes-Kapelle beigesetzt. Die Bevölkerung kann am Dienstag von ihm Abschied nehmen.


Johannes Dyba
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Johannes Dyba

Fulda - Dybas Leichnam wird in der Michaeliskirche aufgebahrt. Am Freitag soll der Erzbischof in der Johannes-Kapelle im Dom beigesetzt werden. Erzbischof Dyba war in der Nacht zum Sonntag unerwartet an Herzversagen gestorben.

Die feierliche Totenmesse wird der Erzbischof von Paderborn, Johannes Joachim Degenhardt, als zuständiger Metropolit halten. Fulda gehört zu seiner Kirchenprovinz. Am Dienstag sollen in allen Gemeinden der Diözese eine Viertel Stunde lang die Glocken läuten. Vor dem Dom, dem Generalvikariat und dem Stadtschloss wehten bereits am Montag die Flaggen auf Halbmast. Nach der Beisetzung wird ein Diözesan-Administrator gewählt, der das Bistum bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhls verwaltet. Das Verfahren zur Bestimmung eines neues Bischofs kann mehrere Monate dauern.

Die Aktion Leben in Fulda würdigte den Einsatz Dybas für das ungeborene Leben. "Seine klaren Aussagen zu christlichen Grundwerten und zur Moral kamen aus seinem überzeugten katholischen Glauben und widersprachen damit oft dem Zeitgeist", hieß es von der Organisation, die Abtreibungen bekämpft.

Nach Ansicht der Reformbewegung "Wir sind Kirche" besteht für die Zukunft des Bistums Fulda und die katholische Kirche in Deutschland eine Chance, schrittweise aus ihrer inneren Zerstrittenheit herauszufinden. Vor allem die jahrelangen Auseinandersetzungen um die Schwangerenberatung hätten zu Konflikten geführt.

Die CSU nannte den Tod Dybas "einen schmerzlichen Verlust für das gesamte katholische Deutschland". Die Deutlichkeit, mit der er seine Überzeugungen zum Ausdruck gebracht habe, sei nur selten in der Formulierung zu übertreffen gewesen, sagte der Beauftragte der CSU- Landesgruppe für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Klaus Holetschek. In gewohnt pointierter Weise habe er auf den unverzichtbaren Wert hingewiesen, den Ehe und Familie für Staat und Gesellschaft besäßen. Der Tod Dybas sollte Anlass sein, sich wieder verstärkt "auf die notwendige gesellschaftliche Debatte über unser Wertefundament" einzulassen.



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