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Black-Lives-Matter-Symbolik Aktivisten kritisieren CSU-Tweet zu Gewalt gegen Polizei

Über Twitter verbreitete die CSU eine Grafik zu Gewalt gegen Polizisten - versehen mit einem Symbol, das an die Black-Lives-Matter-Bewegung erinnert. Schwarze Aktivisten äußern sich im SPIEGEL verärgert.
aus DER SPIEGEL 31/2020

Schwarze Aktivistinnen und Aktivisten kritisieren einen Tweet der CSU über Gewalt gegen die Polizei. Auf einer Grafik, die der Account der bayerischen Unionspartei verbreitet hatte, waren vier Städte als Orte von "Randale" gegen die Polizei gekennzeichnet: Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und Aschaffenburg. Als Markierung diente eine Faust, die wie das auf dem Kopf stehende Symbol der Bewegung Black Lives Matter aussieht.

"Die Faust als Logo wird eindeutig mit der Schwarzen Protestbewegung verbunden – und hier mit Gewalt verknüpft", kritisiert Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Sarah Danquah von Black Lives Matter Hannover sagt: "Das zieht unsere Bewegung in den Dreck. Was haben wir mit Gewalt in Stuttgart oder Frankfurt zu tun?"

DER SPIEGEL 31/2020

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Perla Londole, Mitorganisatorin der Großdemonstrationen Anfang Juni gegen Polizeigewalt, sagt, sie sei "enttäuscht", dass die Protestbewegung für Randale und Plünderungen verantwortlich gemacht werde. Sie erwarte eine Stellungnahme der CSU.

Die Partei hatte den Tweet am Donnerstag nach mehr als zwei Tagen kommentarlos gelöscht. Auf Anfrage sagt ein Parteisprecher: "Die Faust in der Grafik sollte keine Anspielung auf ein Symbol sein." Der Beitrag sei missverständlich gewesen, deshalb habe man ihn gelöscht.

Erst vor Kurzem hatte die CSU einen anderen Tweet nach empörten Reaktionen wieder entfernt. Mitte Juni empörten sich die Christsozialen über die umstrittene "taz"-Kolumne der AutorIn Hengameh Yaghoobifarah, in der diese über die Abschaffung der Polizei sinnierte und die "Mülldeponie" als geeignete berufliche Alternative für Polizisten nannte. Generalsekretär Markus Blume zürnte über "die hässliche Fratze der hasserfüllten Linken", zudem wurden Name und Foto der AutorIn veröffentlicht.

Nach einem Proteststurm löschte die CSU den Tweet, Blume entschuldigte sich für "die Form" der Kritik.

jos
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