Einsatz in Frankfurt Polizei setzt Wasserwerfer gegen "Blockupy" ein

Die Polizei hat ihre zurückhaltende Strategie gegen die "Blockupy"-Bewegung in Frankfurt aufgegeben. Ließ sie am Vortag die Aktivisten noch stundenlang gewähren, setzen die Beamten nun das Demonstrationsverbot kompromisslos um.   
Polizisten in Frankfurt: "Irgendwann müssen wir auch durchgreifen"

Polizisten in Frankfurt: "Irgendwann müssen wir auch durchgreifen"

Foto: Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Ihre Demonstrationen sind verboten, die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot von 5000 Beamten vor Ort. Dennoch setzen die Aktiven der "Blockupy"-Bewegung ihre geplanten Veranstaltungen in Frankfurt um. Mehrere hundert Menschen protestierten am Freitag an verschiedenen Plätzen gegen die EU-Krisenpolitik und die Macht der Banken. Allein an der Sperrzone vor der Europäischen Zentralbank (EZB) versammelten sich laut einer Polizeisprecherin bis zu 150 Aktivisten.

Am Mittag griffen die Beamten durch. Polizisten rückten mit Wasserwerfern an. Bis zum Freitagvormittag wurden rund 400 Demonstranten in Gewahrsam genommen. Sie sollten zu mehreren Sammelstellen gebracht werden, unter anderem nach Wiesbaden und Gießen.

Die Sprecherin nannte die Lage dennoch "recht ruhig". Größere gewaltsame Zwischenfälle seien bisher nicht bekannt. Das Bündnis Attac kritisierte das Vorgehen der Polizei, ein Demonstrant sei am Freitag verletzt worden, hieß es. Dem "Blockupy"-Bündnis gehören Organisationen des linken Spektrums an, sie wollen gegen Banken und europäische Sparpolitik protestieren.

Polizei und Attac berichteten von erheblichen Behinderungen rund um das Bankenviertel. An der Messe wurden mehrere hundert Menschen von Polizisten eingekesselt und festgenommen, ebenso im Westend. Auch der Zubringer zur Autobahn wurde gesperrt. Die Beamten würden weiter das Verbot der Aktionen durchsetzen und Platzverweise aussprechen, betonte ein Polizeisprecher.

Am Donnerstag hatte sich die Polizei zunächst noch zurückhaltend gezeigt. Stundenlang ließen die Behörden die "Blockupy"-Leute auf dem Rathausplatz Römerberg gewähren, obwohl auch diese Veranstaltung nicht genehmigt war.

Erst am Abend räumten Einsatzkommandos den Platz. Ihr Eingreifen begründete die Polizei damit, dass zuvor mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass die Versammlung verboten sei. Die Leute seien angehalten worden, den Platz zu verlassen. "Irgendwann müssen wir auch durchgreifen", sagte eine Polizeisprecherin.

Das "Blockupy"-Bündnis hatte in der Finanzmetropole zu mehrtägigen Protesten und Blockaden gegen die Banken und die europäische Sparpolitik aufgerufen. Zwar untersagten Gerichte die Veranstaltungen bis auf eine Großdemonstration am Samstag, doch die Aktivisten wollten sich nicht daran halten. Die eingesetzten Polizisten rechneten am langen Wochenende mit bis zu 2000 gewaltbereiten Autonomen.

ler/dpa/dapd