Randale in Frankfurt Bewährungsstrafe für Blockupy-Aktivisten

Als der neue Sitz der EZB in Frankfurt offiziell eingeweiht wurde, flogen Steine auf Polizisten. Einige davon warf ein 23-jähriger Student. Nun bekam er dafür eine Bewährungsstrafe.
Demonstranten vor dem Amtsgericht Frankfurt: Sie fordern den Freispruch des Angeklagten

Demonstranten vor dem Amtsgericht Frankfurt: Sie fordern den Freispruch des Angeklagten

Foto: Christoph Schmidt/ dpa

Der Angeklagte im Blockupy-Prozess ist zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gleichzeitig hob das Amtsgericht in Frankfurt den Haftbefehl gegen ihn auf.

Der 23-jährige Student hatte bei der Verhandlung eingeräumt, bei den Blockupy-Protesten Mitte März mit Steinen auf Polizisten geworfen zu haben. Beim Prozessauftakt sagte der Beschuldigte aus, er habe mit Gewalttätigkeit auf Gewalttätigkeit reagiert: Zuvor sei seine Freundin von Polizisten geschlagen worden.

Bei den Blockupy-Protesten mit etwa 17.000 Demonstranten gegen die Neueröffnung der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt war es zu heftigen Ausschreitungen gekommen - Autos brannten, Polizisten und Aktivisten wurden verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Mai Anklage gegen den 23-jährigen Aktivisten erhoben. Er wurde des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

"Ich habe insgesamt vier Steine aufgehoben, aber nur zwei geworfen", gab der Angeklagte zu. Es sei "selbstverständlich richtig, dass ich für das, was ich gemacht habe, vor Gericht stehe", sagte er.

Der Beschuldigte ist bislang der einzige Blockupy-Aktivist, gegen den Anklage erhoben wurde. Der Prozess begann unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

kry/dpa/AFP
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