Großschaden in Berlin BND-Neubau unter Wasser gesetzt

In der künftigen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes sollen Unbekannte Wasserhähne gestohlen und damit einen Wasserschaden verursacht haben. Die Polizei ermittelt wegen "Zerstörung von Bauwerken".
BND-Neubau an der Berliner Chausseestraße: Ermittlungen wegen "Zerstörung von Bauwerken"

BND-Neubau an der Berliner Chausseestraße: Ermittlungen wegen "Zerstörung von Bauwerken"

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Berlin - Unbekannte sollen auf der Baustelle für die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) Wasserhähne gestohlen und damit das Gebäude unter Wasser gesetzt haben. Es sei eine größere Menge Wasser ausgetreten und über mehrere Zwischendecken gelaufen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Berlin.

Die "Berliner Zeitung" hatte zuerst über den Vorfall berichtet. Das Blatt spricht von einem Millionenschaden. Gegenüber SPIEGEL ONLINE wollte ein Berliner Polizeisprecher keine Angaben zur Schadenshöhe machen.

Der Vorfall wurde am Dienstag bemerkt. Spuren eines Einbruchs fand die Polizei nach eigenen Angaben zunächst nicht. Wegen der Schwere des Schadens ermittelt die Polizei nicht nur wegen Sachbeschädigung, sondern wegen der "Zerstörung von Bauwerken".

Die Baustelle wird von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht und gilt als besonders gut gesichert. Der BND soll dort im kommenden Jahr einziehen.

Momentan würden Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet und überprüft, wer im fraglichen Zeitraum die Baustelle betreten hat.

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, das für die Durchführung der Bauarbeiten an der neuen BND-Zentrale zuständig ist, lehnte eine Stellungnahme ab. Nach Angaben einer Sprecherin habe das zuständige "Projektreferat" eine interne Prüfung eingeleitet.

Laut einem Berliner Polizeisprecher wurden die Einsatzkräfte am Dienstagmittag zur Baustelle gerufen, um den Diebstahl mehrerer Wasserhähne aufzunehmen. Durch die Entwendung der Ventile sei eine große Menge von Wasser ausgetreten, das einen "erheblichen Sachschaden" angerichtet hätte.

Inzwischen sei das Landeskriminalamt mit der Aufklärung des Falls betraut worden - ermittelt werde "in alle Richtungen". Auch ein Unfall konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden. Dabei könnte womöglich eine noch nicht fertig montierte Wasserleitung versehentlich unter Druck gesetzt worden sein.

Sicherheitsprobleme auf der BND-Baustelle hatten bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt: 2011 etwa waren vertrauliche Bauunterlagen abhandengekommen.

fab/srö/dpa
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