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12. Mai 2015, 11:35 Uhr

Geheimdienst-Affäre

BND liefert NSA angeblich 1,3 Milliarden Datensätze pro Monat

Der BND sammelt für den US-Geheimdienst NSA auch sogenannte Metadaten über Telefonate oder SMS. Nach einem Medienbericht schickt der deutsche Geheimdienst diese im großen Umfang an den amerikanischen Partner weiter.

Wie viele Daten liefert der Bundesnachrichtendienst (BND) der NSA? Diese Frage ist nach wie vor nicht beantwortet. Klar ist nur, dass der deutsche Geheimdienst millionenfach sogenannte Selektoren der NSA eingesetzt hat, Schlagworte, nach denen der BND suchen soll, um Daten zu beschaffen.

Wie "Zeit online" berichtet, sammelt der BND für den US-Geheimdienst auch sogenannte Metadaten in riesigem Umfang. Das gehe aus vertraulichen Akten hervor, meldet das Online-Portal.

Metadaten umfassen nicht den Inhalt einer Kommunikation, also den Text einer E-Mail oder die Gespräche am Telefon. Sie sind für Geheimdienste mindestens ebenso wichtig wie der Inhalt von Gesprächen. Denn sie zeigen, wer wen anruft oder wie lange ein Gespräch dauert. Bei Telefonaten am Handy beinhalten Metadaten auch den Standort der Person. Massenhaft gesammelt, ermöglichen diese Daten eine Analyse von Netzwerken: Wer hat wann mit wem kommuniziert?

Ein großer Teil dieses Datenschatzes werde an die NSA weitergereicht - "bis zu 1,3 Milliarden Datensätze pro Monat", schreibt "Zeit online". Der BND leite die Informationen über die Abhörstation Bad Aibling als Rohdaten an die NSA weiter. Das würden die Unterlagen belegen. Lediglich die Daten von Deutschen würden zuvor ausgefiltert. Damit habe der BND keinen Einfluss darauf, was die NSA anschließend mit diesen Daten mache und welche Ziele sie damit ausspähe, schreibt "Zeit online" weiter.

Offenbar reicht der BND dem Bericht zufolge nicht alle Metadaten weiter, die er sammelt. Im Februar hatte "Zeit online" berichtet, dass der BND in aller Welt ungefähr 220 Millionen Metadaten pro Tag sammelt und speichert. Rechne man die bisher bekannten Millionen Metadaten pro Tag hoch, komme man auf 6,6 Milliarden Datensätze im Monat, schreibt das Portal. Laut den Unterlagen werden vor allem die Rohdaten "ausgewählter Auslands-Auslands-Übertragungswege in Krisengebieten" übermittelt.

heb

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