Am Rand der Corona-Schalte Ramelow trollt Kollegen Haseloff mit »ÄÄÄÄÄÄÄÄÄ«-Tweet

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff twitterte vergangene Woche ein »Ä«, nun antwortet ihm sein Thüringer Kollege Ramelow ebenso kryptisch – während nebenbei der Bund-Länder-Gipfel lief.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

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Michael Reichel / dpa

Seit mehr als acht Stunden ringt Kanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs um eine neue Verschärfung der Corona-Maßnahmen – doch einer scheint am Rand des Bund-Länder-Gipfels noch Zeit für ein bisschen Schabernack zu haben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) twitterte in der Nacht von Montag auf Dienstag eine Reihe von »Ä«-Buchstaben.

Dahinter steckt ein Seitenhieb auf Reiner Haseloff (CDU), Ramelows Amtskollege aus Sachsen-Anhalt. Denn der hatte vergangene Woche selbst ein »Ä« getwittert.

Ein »ÄÄÄÄÄ« mit Absicht

Im sozialen Netzwerk Twitter gab es Spekulationen, was Haseloff mit dem Buchstaben gemeint haben könnte. Viele fühlten sich an den denkwürdigen »covfefe«-Tweet von Ex-US-Präsidenten Donald Trump erinnert. Am Ende gab es mehr als 15.000 Herzchen für den Tweet, sonst bekommt Haseloff für seine Posts meist nur wenige Dutzend Likes. Haseloff erklärte später, beim Twittern durch einen Anruf abgelenkt worden zu sein – und dann mit seinem Ohr aus Versehen den Buchstaben »Ä« getippt zu haben.

Ramelows Aneinanderreihung mehrerer »Ä« ist nun die Antwort, die auf jeden Fall absichtlich erfolgte. Denn er twitterte gleich zweimal und löschte dann eine Version wieder.

Der Tweet kommt zu brisanter Stunde: Seit Montagnachmittag beraten Bund und Länder über neue Corona-Maßnahmen für Deutschland – nach SPIEGEL-Informationen aus Verhandlungskreisen scheiterte die Runde aber an mehreren Kompromissen, unter anderem zu Urlaubsregelungen und Ausgangssperren. Seit dem frühen Abend pausierte der Gipfel, die Verhandlungen gingen zunächst in kleinen Runden weiter. Der Thüringer Ministerpräsident sollte also alle Hände voll zu tun haben, mit den Kolleginnen und Kollegen eine Einigung zu erzielen.

Zwischenzeitlich berieten die SPD-geführten Länder inklusive Thüringen in einer eigenen Runde, die CDU-geführten Länder in einer anderen. Kanzlerin Merkel beriet zudem im Vierer-Kreis mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Vizekanzler Olaf Scholz und Berlins Regierendem Bürgermeister Müller, dem Leiter der Ministerpräsidentenkonferenz.

Mit Handyspielereien am Rande der Bund-Länder-Runde kennt Ramelow sich jedenfalls aus: Er gab in der Vergangenheit zu, auch schon »Candy Crush« parallel zur Corona-Schalte gespielt zu haben. Das Zocken, während über Shutdowns und Kontaktbeschränkungen debattiert wird, hatte ihm viel Kritik eingebracht.

mrc
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