Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer löst mit Kritik an Deutscher Bahn Empörung aus

"Welche Gesellschaft soll das abbilden": Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich kritisch zu einer Kampagne der Deutschen Bahn geäußert. Parteikollegen sind empört - und fordern seinen Rücktritt.
Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von Tübingen

Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von Tübingen

Foto: Christoph Soeder/ DPA

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat mit Kritik an einer Werbekampagne der Bahn für Empörung gesorgt - auch in den eigenen Reihen. Die Bahn wirbt auf ihrer Internetseite mit Bildern von Reisenden mit unterschiedlichen Hautfarben, unter anderem mit dem dunkelhäutigen TV-Koch Nelson Müller und der türkischstämmigen Moderatorin Nazan Eckes.

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"Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die 'Deutsche Bahn' die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat", schrieb der 46-Jährige auf Facebook. "Welche Gesellschaft soll das abbilden?"

"Einfach völlig daneben"

Daniel Lede Abal, der Tübinger Landtagsabgeordnete der Grünen, wies Palmers Post als "einfach völlig daneben" zurück. "Das ist das Deutschland, das dem Tübinger OB offenbar fremd geblieben ist", sagte er.

"Wenn er als Oberbürgermeister mit so einer Stadtgesellschaft nicht zurechtkommt, sollte er sich jetzt überlegen, ob er Oberbürgermeister bleiben kann." Der nordrhein-westfälische Grünen-Politiker Ali Bas forderte auf Twitter: "Es wird Zeit den Hut zu nehmen, Herr Palmer!"

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Nach der Kritik haben die Grünen im Bund die Bilder demonstrativ gelobt. "Die Bahn ist für alle da, und dass sie mit Vielfalt wirbt, begrüße ich", sagte der Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner. "Es zeigt die gesellschaftliche Realität." Palmer selbst wollte sich auf Facebook nicht mehr zu seinem Post äußern. "Nach vier Stunden sind es 1500 Kommentare. Schlicht zu viele. Ich werde das nicht lesen oder antworten", schrieb er.

Auch die Bahn bezog auf Twitter Stellung: "Herr Palmer hat offenbar Probleme mit einer offenen und bunten Gesellschaft. Solch eine Haltung lehnen wir ab. Nico Rosberg, Nazan Eckes und Nelson Müller sind positive und repräsentative Identifikationsfiguren. Die DB freut sich, mit ihnen zusammenzuarbeiten."

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Palmer hatte in der Vergangenheit immer wieder für Kontroversen gesorgt. So sagte er beispielsweise über die Bundeshauptstadt Berlin: "Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: 'Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands'". Im November 2018 soll er einen Studenten auf der Straße angebrüllt haben. Eine Begleiterin des Studenten hatte Palmer wenig später wegen Nötigung angezeigt.

bam/dpa
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