Botschafter einbestellt
Merkel empfängt Dalai Lama - und erzürnt China
Keiner ihrer Vorgänger hat je den Dalai Lama empfangen - Kanzlerin Merkel will dies am 23. September tun. Die Führung in Peking ist verärgert. Sie ließ den deutschen Botschafter im Außenministerium antreten.
Berlin - Angela Merkel (CDU) will am 23. September als erste deutsche Regierungschefin das religiöse Oberhaupt der Tibeter im Kanzleramt empfangen. Der "private Gedankenaustausch" mit dem Friedensnobelpreisträger stehe in der Reihe von Treffen der Kanzlerin mit anderen Religionsführern, teilte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm mit.
Zu Spekulationen, wonach der Empfang in Peking als Affront gewertet werden könnte, sagte Wilhelm, die Lage in Tibet komme auch bei den deutsch-chinesischen Gesprächen über Menschenrechtsfragen regelmäßig zur Sprache.
Das "Handelsblatt" hatte erfahren, der deutsche Botschafter Michael Schäfer sei ins Außenministerium in Peking einbestellt worden was das Auswärtige Amt bestätigte. Die chinesische Regierung hat bereits mehrfach von der Bundesregierung ein Einreiseverbot für den Dalai Lama gefordert.
Merkel hatte ihn bereits im Jahr 2005 - damals noch als Oppositionsführerin - getroffen. Auch die früheren Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Klaus Kinkel (FDP) waren mit dem Dalai Lama zusammengetroffen. 1990 wurde er von dem damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker empfangen.
Die chinesische Armee war 1951 in Tibet einmarschiert. Seitdem betrachtet Peking die Region als Teil Chinas. Der Dalai Lama steht seit seiner Flucht einer Exilregierung in der indischen Stadt Dharamsala vor.
asc/AFP/dpa
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