Brandanschlag auf Kanzleramt Verhafteter Musiklehrer tot in Zelle aufgefunden

Der Mann, der Brandanschläge auf Einrichtungen im Berliner Regierungsviertel zugegeben hat, wurde leblos in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis aufgefunden. Die Behörden gehen von einem Suizid aus.

Kanzleramt in Berlin: Bekennerschreiben am Tatort hinterlassen
DPA

Kanzleramt in Berlin: Bekennerschreiben am Tatort hinterlassen

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Der 48-jährige Musiklehrer, der hinter einer Serie von Brandanschlägen auf politische Einrichtungen im Berliner Regierungsviertel stecken soll, ist tot. Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Justiz wurde er am Montagmorgen um 6.23 Uhr leblos in seinem Haftraum im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit entdeckt.

Der Mann habe sich das Leben genommen, sagte Justizsprecherin Claudia Engfeld zu SPIEGEL ONLINE. Es habe zuvor keine Anzeichen für eine Selbstmordgefährdung gegeben. Noch am Samstag sei der Häftling ärztlich untersucht worden.

Die Staatsanwaltschaft hat nun ein entsprechendes Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hinterließ der Mann einen Abschiedsbrief.

Der Verdächtige war am frühen Donnerstagmorgen von Beamten der Bundespolizei festgenommen worden, nachdem er mithilfe einer Strickleiter auf das Gelände des Bundeskanzleramts vorgedrungen war und dort eine Brandflasche in Richtung eines Dachs geworfen hatte. Am Tatort und in der Wohnung des Festgenommenen wurden laut Staatsanwaltschaft Selbstbezichtungsschreiben der mutmaßlich rechtsextremen "Deutschen Widerstandsbewegung" (DWB) gefunden.

Den Angaben zufolge räumte der Beschuldigte bei einer Vernehmung den versuchten Brandanschlag auf die Regierungszentrale sowie sieben weitere Delikte ein. Am Freitagvormittag hatte ein Richter daraufhin Haftbefehl erlassen.

Ob es sich bei der DWB tatsächlich um eine Gruppe handelt oder der Musiklehrer die Anschläge alleine beging, war bis zuletzt Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

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